Das Bettelweib von Locarno.
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eingerichtet war, unterzubringen. Aber wie betreten war das Ehe-paar, als der Ritter mitten in der Nacht verstört und bleich zuihnen herunter kam, hoch und theucr versichernd, daß es in demZimmer spuke, indem etwas, das dem Blick unsichtbar gewesen, miteinem Geräusch, als ob es auf Stroh gelegen, im Zimmerwinkel anf-gestanden, mit vernehmlichen Schritten langsam und gebrechlich querüber das Zimmer gegangen und hinter dem Ofen unter Stöhnenund Aechzen niedergesunken sei.
Der Marchese erschrocken, er wußte selbst nicht recht warum,lachte den Ritter mit erkünstelter Heiterkeit ans, und sagte, er wollesogleich anfstehen und die Nacht zu seiner Beruhigung mit ihm indem Zimmer znbringen. Doch der Ritter bat um die Gefälligkeitihm zu erlauben, daß er auf einem Lehnstuhl in seinem Schlafzim-mer übernachte, und als der Morgen kam, ließ er anspanncn, em-pfahl sich und reiste ab.
Dieser Vorfall, der außerordentliches Aufsehen machte, schreckteauf eine dem Marchese höchst unangenehme Weise mehrere Käuferab; dergestalt daß da sich unter seinem eigenen Hausgesinde, be-fremdend und unbegreiflich, das Gerücht erhob, daß es in dem Zim-mer zur Mitteruachtsstunde umgehe, er, um cs mit einem entschei-denden Verfahren niederzuschlagen, beschloß die Sache in der nächstenNacht selbst zu untersuchen. Demnach ließ er beim Einbruch derDämmerung sein Bett in dem besagten Zimmer aufschlagen, underharrte ohne zu schlafen die Mitternacht. Aber wie erschüttert warer, als er in der That mit dem Schlage der Geisterstunde das un-begreifliche Geräusch wahrnahm; es war, als ob ein Mensch sich vomStroh, das unter ihm knisterte, erhob, quer über das Zimmer ging,und hinter dein Ofen unter Geseufz und Gerüche! niedersank. DieMarquise, am andern Morgen, da er herunter kam, fragte ihn, wiedie Untersuchung abgelanfeu; und da er sich mit scheuen und un-gewissen Blicken umsah, und nachdem er die Thür verriegelt, ver-H. o. Kleists Werke. III. Bd. 15