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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die Verlobung in St. Domingo.

Aber Toni, welche nur scheinbar dem Alten, der ihr noch ein-mal die Hand gereicht, gute Nacht gesagt und sich zu Bette gelegthatte, stand, sobald sie Alles im Hause still sab, wieder ans, schlichsich durch eine Hinterpforte des Hauses ans das freie Feld hinaus,und lief, die wildeste Verzweiflung im Herzen, ans dem die Land-straße durchkreuzenden Wege der Gegend zu, von welcher die Fa-milie Herrn Strömli's herankoinmen mußte. Denn die Blicke vollVerachtung, die der Fremde von seinem Bette aus ans sie geworfenhatte, waren ihr empfindlich wie Messerstiche durchs Herz gegangen;es mischte sich ein Gefühl heißer Bitterkeit in ihre Liebe zu ihm,und sie frohlockte bei dem Gedanken, in dieser zn seiner Rettungangeordneten Unternehmung zn sterben. Sie stellte sich in der Be-sorgnis;, die Familie zn verfehlen, an den Stamm einer Pinie, beiwelcher, falls die Einladung angenommen worden war, die Gesell-schaft vorüberziehcn mußte, und kaum war auch der Verabredunggemäß der erste Strahl der Dämmerung am Horizont angebrochen,als Nanky's, des Knaben, Stimme, der dem Trosse zum Führerdiente, schon fernher unter den Bäumen des Waldes hörbar ward.

Der Zug bestand ans Herrn Strömli und seiner Gemahlin,welche letztere ans einem Maulesel ritt; fünf Kindern desselben, derenzwei, Adelbert und Gottfried, Jünglinge von 18 und 17 Jahren,neben dem Maulesel hergingen; drei Dienern und zwei Mägden,wovon die eine, einen Säugling an der Brust, ans dem andern Maul-esel ritt; in allem ans zwölf Personen. Er bewegte sich langsamüber die den Weg durchflechtenden Kienwnrzeln dein Stamm derPinie zu, wo Toni so geräuschlos, als niemand zu erschrecken nöthigwar, aus dem Schatten des Baumes hcrvortrat und dem Zuge zu-rief: halt! Der Knabe kannte sie sogleich; und auf ihre Frage, woHerr Slrömli sei, während Männer, Weiber und Kinder sie um-ringten, stellte dieser sie freudig dem alten Oberhaupt der Familie,Herrn Strömli, vor. Edler Herr! sagte Toni, indem sie die Be-