Die Verlobung in St. Domingo.
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der die Treue des Mädchens schon in ähnlichen Fällen erprobt hatte,antwortete, es wäre wohl nicht möglich. Und: Kelly! rief er wü-thend, und Omra! nehmt enre Büchsen! und damit, ohne weiterein Wort zu sagen, stieg er im Gefolge aller seiner Neger, die Treppehinauf, und begab sich in das Zimmer des Fremden.
Toni, vor deren Angen sich während weniger Minuten dieserganze Auftritt abgespiegelt hatte, stand gelähmt an allen Gliedern,als ob sie ein Wetterstrahl getroffen hätte, da. Sie dachte einenAugenblick daran, den Fremden zn wecken; doch theils war wegenBesetzung des Hofranms keine Flucht für ihn möglich, theils auchsah sie voraus, daß er zn den Waffen greifen und somit bei derUeberlegenheit der Neger Zubodenstreckung unmittelbar sein Loossein werde. Ja die entsetzlichste Rücksicht, die sie zu nehmen genö-thigt war, war diese, daß der Unglückliche sie selbst, wenn er sie indieser Stunde bei seinem Bette fände, für eine Verrätherin haltennnd, statt auf ihren Nath zu hören, in der Raserei eines so heillosenWahns dem Neger Hoango völlig besinnungslos in die Arme lau-fen würde. In dieser unaussprechlichen Angst fiel ihr ein Strick indie Augen, welcher, der Himmel weiß durch welchen Zufall, an demRiegel der Wand hing. Gott selbst, meinte sie, indem sie ihn Her-abriß, hätte ihn zu ihrer und des Freundes Rettung dahin geführt.Sie umschlang den Jüngling, vielfache Knoten schürzend, an Hän-den und Füßen damit; und nachdem sie, ohne darauf zu achten,daß er sich rührte nnd sträubte, die Enden angezogen und an dasGestell des Bettes festgebunden hatte: drückte sie, froh des Augen-blicks mächtig geworden zu sein, einen Kuß auf seine Lippen undeilte dem Neger Hoango, der schon auf der Treppe klirrte, ent-gegen.
Der Neger, der dem Bericht der Alten, Toni anbetreffend,immer noch keinen Glauben schenkte, stand, als er sie aus dem be-zeichnten Zimmer hervortretcn sah, bestürzt und verwirrt im Corri-
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