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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die Verlobung in St. Domingo.

Von dem sie der Gegenstand zn sein schien, beschäftigte ihn; wenigstenshörte sie zn wiederholten Malen von seinen glühenden, zitternden Lippe«das geflüsterte Wort: Toni! Wehmuth, die nicht zn beschreiben ist,ergriff sic; sie konnte sich nicht entschließen ihn ans den Himmelnlieblicher Einbildnng in die Tiefe einer gemeinen und elenden Wirk-lichkeit herabzureißen; und in der Gewißheit, daß er ja früh oderspät von selbst erwachen müsse, kniete sie an seinem Bette niederund überdeckte seine thcnre Hand mit Küssen.

Aber wer beschreibt daS Entsetzen, das wenige Augenblicke dar-auf ihren Busen ergriff, als sie Plötzlich im Innern des Hofranmsein Geräusch von Menschen, Pferden und Waffen hörte, und dar-unter ganz deutlich die Stimme des Negers Congo Hoango erkannte,der nnvermntheter Weise mit seinem ganzen Troß ans dem Lagerdes General Dessalines znrllckgekehrt war. Sie stürzte, den Mond-schein, der sie zu verrathen drohte, sorgsam vermeidend, hinter dieVorhänge des Fensters, und hörte auch schon dis Mutter, welchedem Neger von Allem, was während dessen vorgefallen war, auchvon der Anwesenheit des europäischen Flüchtlings im Hanse, Nach-richt gab. Der Neger befahl den Seinigen mit gedämpfter Stimme,im Hofe still zu sein. Er fragte die Alte, wo der Fremde in die-sem Augenblick befindlich sei; worauf diese ihm das Zimmer be-zeichnet!: und sogleich auch Gelegenheit nahm, ihn von dem sonder-baren und auffallenden Gespräch, das sie, den Flüchtling betreffend,mit der Tochter gehabt hatte, zu unterrichten. Sie versicherte denNeger, daß das Mädchen eine Verräthcrin, und der ganze Anschlag,desselben habhaft zn werden, in Gefahr sei zu scheitern. Wenigstenssei die Spitzbübin, wie sie bemerkt, heimlich beim Einbruch der Nachtin sein Bette geschlichen, wo sie noch bis diesen Augenblick in guterRuhe befindlich sei; und wahrscheinlich, wenn der Fremde nicht schonentflohen sei, werde derselbe eben jetzt gewarnt, und die Mittel, wieseine Flucht zn bewerkstelligen sei, mit ihm verabredet. Der Neger,