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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die Verlobung in St. Domingo.

statt finden könnten, die Wanderung eher nicht, als nm Mitternachtantreten; aber dann dieselbe anch so beschleunigen, daß du vor derDämmerung des Tages hier cintriffst. Kann man sich auf dich ver-lassen? fragte sie. Verlaßt euch ans Nauky! antwortete der Knabe;ich weiß, warum ihr diese weißen Flüchtlinge in die Pflanzung lockt,und der Neger Hoango soll mit mir zufrieden sein.

Hieraus trug Toni dem Fremden das Frühstück auf; und nach-dem es wieder abgenommcn war, begaben sich Mutter und Tochterihrer häuslichen Geschäfte wegen in das vordere Wohnzimmer zu-rück. Es konnte nicht fehlen, daß die Mutter einige Zeit daraufan den Schrank trat, und, wie es natürlich war, den Brief ver-mißte. Sie legte die Hand, ungläubig gegen ihr Gedächtniß, einenAugenblick an den Kopf, und fragte Toni, wo sie den Brief, denihr der Fremde gegeben, wohl hingelegt haben könne. Toni ant-wortete nach einer kurzen Pause, in der sie ans den Boden nieder-sah, daß ihn der Fremde ja ihres Wissens wieder eingesteckt und obenim Zimmer in ihrer beiden Gegenwart zerrissen habe! Die Mutterschaute das Mädchen mit großen Augen an; sie meinte sich bestimmtzu erinnern, daß sie den Brief aus seiner Hand empfangen und inden Schrank gelegt habe; doch da sie ihn nach vielem vergeblichenSuchen darin nicht fand, und ihrem Gedächtniß mehrerer ähnlichenVorfälle wegen mißtraute, so blieb ihr zuletzt nichts übrig, als derMeinung, die ihr die Tochter geäußert, Glauben zu schenken. In-zwischen konnte sie ihr lebhaftes Mißvergnügen über diesen Umstandnicht unterdrücken, und meinte, daß der Brief dem Neger Hoango,nm die Familie in die Pflanzung hereinznbringcn, von der größtenWichtigkeit gewesen sein würde. Am Mittag und Abend, da Toniden Fremden mit Speisen bediente, nahm sie, zu seiner Unterhaltungan der Tischecke sitzend, mehreremal Gelegenheit ihn nach dem Briefezu fragen; doch Toni war geschickt genug, das Gespräch, so oft esauf diesen gefährlichen Punkt kam, abzulenken oder zu verwirren;