Die Verlobung in St. Domingo.
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findet, auch nur ein Haar gekrümmt werde. — Wohlan, sagte dieAlte mit einem plötzlichen Ansdruck von Nachgiebigkeit: so mag derFremde reisen! Aber wenn Congo Hoango znrückkommt, setzte siehinzu, indem sie um das Zimmer zu verlassen aufstand, und erfahrt,daß ein Weißer in nnserm Hause übernachtet hat, so magst du dasMitleiden, das dich bewog, ihn gegen das ausdrückliche Gebot wie-der abziehen zu lassen, verantworten.
Auf diese Acußernng, bei welcher, trotz aller scheinbaren Milde,der Ingrimm der Alten heimlich hervorbrach, blieb bas Mädchenin nicht geringer Bestürzung im Zimmer zurück. Sie kannte denHaß der Alten gegen die Weißen zu gut, als daß sie hätte glaubenkönnen, sie werde eine solche Gelegenheit ihn zu sättigen ungenutztvorübergehen lassen. Furcht, daß sie sogleich in die benachbartenPflanzungen schicken und die Neger zur Ucbcrwältignng des Frem-den herbeirufen möchte, bewog sie sich anznklcidcn und ihr unver-züglich in das untere Wohnzimmer zu folgen. Sie stellte sich, «äh-rend diese verstört den Speiseschrank, bei welchem sie ein Geschäft zuhaben schien, verließ und sich an einen Spinnrocken niedersctzte, vordas an die Thür geschlagene Mandat, in welchem allen Schwarzenbei Lebensstrafe verboten war den Weißen Schutz und Obdach zugeben; und gleichsam als ob sie, von Schrecken ergriffen, das Un-recht bas sie begangen einsähe, wandte sic sich plötzlich und fiel derMutter, die sie, wie sie wohl wußte, von hinten beobachtet hatte,zu Füßen. Sie bat, die Kniee derselben umklammernd, ihr die ra-senden Aeußernngen die sie sich zu Gunsten des Fremden erlaubt,zu vergeben; entschuldigte sich mit dem Zustand, halb träumend,halb wachend, in welchem sie von ihr niit den Vorschlägen zu seinerUeberlistung, da sie noch im Bette gelegen, überrascht worden sei,und meinte, daß sie ihn ganz und gar der Rache der bestehendenLandcSgesetze, die seine Vernichtung einmal beschlossen, Preis gäbe.Die Alte nach einer Pause, in der sie das Mädchen unverwandt