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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Das Erdbeben in Ehiti.

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Sie fanden einen prachtvollen Granatapfelbauin, der seine Zweigevoll duftender Früchte weit ansbreitete, und die Nachtigall flöteteim Wipfel ihr wollüstiges Lied. Hier ließ sich Jeroniino am Stammenieder, und Josephe in seinem, Philipp in Josephen« Schooß, saßensie von seinem Mantel bedeckt und ruhten. Der Baumschatten zogmit seinen zerstreuten Lichtern über sie hinweg und der Mond er-blaßte schon wieder vor der Morgenröthe, che sie einschliefcn. DennUnendliches hatten sie zn schwatzen vom Klostergartcn und den Ge-fängnissen und was sie um einander gelitten hätten; und waren sehrgerührt, wenn sie dachten, wie viel Elend über die Welt kommenmußte, damit sie glücklich würden! Sie beschlossen, sobald die Erd-erschütterungen aufgehört haben würden, nach La Conception zn ge-hen, wo Josephe eine vertrante Freundin hatte, sich mit einem kleinenVorschuß, den sie von ihr zn erhalten hoffte, von dort nach Spanieneinznschiffen, wo Jeronimos mütterliche Verwandten wohnten, und da-selbst ihr glückliches Leben zn beschließen. Hierauf unter vielen Küs-se» schliefen sie ein.

Als sie erwachten, stand die Sonne schon hoch am Himmel,und sie bemerkten in ihrer Nähe mehrere Familien beschäftigt sicham Feuer ein kleines Morgcnbrod zn bereiten. Jeronimo dachteeben auch, wie er Nahrung für die Seinigen herbcischaffcn sollte,als ein junger wohlgekleideter Mann, mit einem Kinde ans demArm, zu Josephen trat, und sie mit Bescheidenheit fragte, ob siediesem armen Wurme, dessen Mutter dort unter den Bäumen be-schädigt liege, nicht auf kurze Zeit ihre Brust reichen wolle? Josephewar ein wenig verwirrt, als sic in ihm einen Bekannten erblickte;doch da er, indem er ihre Verwirrung falsch deutete, fortfnhr: es istnur auf wenige Augenblicke, Donna Josephe, und dieses Kind hatseit jener Stunde, die uns alle unglücklich gemacht hat, nichts ge-nossen; so sagte sie: ich schwieg ans einem andern Grunde, DonFernando; in diesen schrecklichen Zeiten weigert sich niemand, von