Die Marquise von O....
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Ruhe, er sei der Schändliche, der die Frau Marquise betrogen, ermüsse wissen, wie man sein Verbrechen beurtheile, und wenn Racheüber ihn verhängt werden solle, so komme er sich ihr selbst darzu-bieten. Aber wer? wer? wer? versetzte die Marqnise. Wie gesagt,fuhr Frau von G... fort, ein junger sonst wohlerzogener Mensch,dem wir eine solche Nichtswürdigkeit niemals zugetraut hätten. Docherschrecken wirst du nicht, meine Tochter, wenn du erfährst, daß ervon niedrigem Stande und von allen Forderungen, die man sonstan deinen Gemahl machen dürfte, entblößt ist. Gleichviel, meinevortreffliche Mutter, sagte die Marquise, er kann nicht ganz unwür-dig sein, da er sich Ihnen früher als mir zu Füßen geworfen hat.Aber, wer? wer? Sagen Sie mir nur: wer? Nun denn, versetztedie Mutter, es ist Leopardo der Jäger, den sich der Vater jüngstaus Tyrol verschrieb, und den ich, wenn du ihn wahrnahnist, schonmitgcbracht habe, um ihn dir als Bräutigam vorznstellcn. Leopardo,der Jäger! rief die Marqnise, und drückte ihre Hand mit dein Aus-druck der Verzweiflung vor die Stirn. Was erschreckt dich? fragtedie Obristin. Hast du Gründe daran zu zweifeln? — Wie? wo?wann? fragte die Marquise verwirrt. Das, antwortete jene, willer nur dir anvertranen. Schaam und Liebe, meinte er, machten esihm unmöglich, sich einer Andern hierüber zu erklären als dir. Dock-Wenn du willst, so öffnen wir das Vorzimmer, wo er mit klopfen-dem Herzen auf den Ansgang wartet; und du magst sehen, ob duihm sein Geheimnis;, indessen ich abtrete, entlockst. — Gott, meinVater! rief die Marqnise; ich war einst in der Mittagshitze ein-geschlnmmcrt, und sah ihn von meinem Divan gehen als ich er-wachte! — Und damit legte sic ihre kleinen Hände vor ihr in Schaamerglühendes Gesicht. Bei diesen Worten sank die Mutter ans Kuicenvor ihr nieder. O meine Tochter! rief sie; o du Vortreffliche! undschlug die Arme um sie. Und o ich Nichtswürdige! und verbargdas Antlitz in ihren Schooß. Die Marqnise fragte bestürzt: was