Die Marquise von O —
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es sein völliger Ernst gewesen sei, und daß er entschlossen scheine,dem Vater ins Gesicht seine rasende Behauptung zu wiederholen.Frau von G... fragte, nicht wenig erschrocken, ob sie denn an dieMöglichkeit eines solchen Zustandes glaube? Eher, antwortete dieMarquise, daß die Gräber befruchtet werden, und sich dein Schooßeder Leichen eine Geburt entwickeln wird! Nun du liebes wunder-liches Weib, sagte die Obristin, indem sie sie fest an sich drückte,was Lennruhigt dich denn? Wenn dein Bewußtsein dich rein spricht,wie kann dich ein Urthcil, und wäre cS das einer ganzen Ccnsultavon Aerzten, nur kümmern? ob das Seinige aus Jrrthum, ob cSauö Bosheit entsprang, gilt es dir nicht völlig gleichviel? Doch schick-lich ist es, daß wir es dem Vater entdecken. — O Gott! sagte dieMarquise mit einer convulsivischcn Bewegung, wie kann ich michberuhigen. Hab' ich nicht niein eigenes, innerliches, mir nur allzu-wohlbekanntes Gefühl gegen mich? würd' ich nicht, wenn ich in einerAndern meine Empfindung wüßte, von ihr selbst urtheilcn, daß esdamit seine Richtigkeit habe? Es ist entsetzlich, versetzte die Obristin.Bosheit! Jrrthum! fuhr die Marquise fort. Was kann dieser Mann,der uns bis ans den heutigen Tag schätzenswürdig erschien, für Gründehaben, mich auf eine so muthwillige und niederträchtige Art zu krän-ken? mich, die ihn nie beleidigt hatte? die ihn mit Vertrauen unddem Vorgefühl zukünftiger Dankbarkeit empfing? bei der er, wieseine ersten Worte zeugten, mit dem reinen und nnversälschten Wil-len erschien, zu helfen, nicht Schmerzen, grimmigere als ich empfand,erst zu erregen? Und wenn ich in der Nothwcndigkeit der Wahl,fuhr sie fort, während die Mutter sie unverwandt ansah, an einenJrrthum glauben wollte, ist cs wohl möglich, daß ein Arzt, auchnur von mittelmäßiger Geschicklichkeit, in solchem Falle irre? — DieObristin sagte ein wenig spitz: und gleichwohl muß cs doch noth-wendig Eins oder das Andere gewesen sein. Ja! versetzte die Mar-quise, meine thenerste Mutter, indem sie ihr, mit dem Ausdruck der