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Die Marquise von O....
hatte, eine Zeitlang, und antwortete dann mit einer sehr ernsthaftenMiene, daß die Frau Marquise ganz richtig urtheile. Nachdem ersich aus die Frage der Dame, wie er dies verstehe, ganz deutlicherklärt, und mit einem Lächeln, das er nicht unterdrücken konnte, ge-sagt hatte, daß sie ganz gesund sei und keinen Arzt hrauche, zog dieMarquise, indem sic ihn sehr streng von der Seite ausah, die Klin-gel, und bat ihn sich zu entfernen. Sie äußerte halblaut, als ober der Rede nicht Werth wäre, vor sich nieder murmelnd: daß sienicht Lust hätte, mit ihm über Gegenstände dieser Art zu scherzen.Der Doctor erwiedertc empfindlich: er müsse wünschen, daß sie im-mer zum Scherz so wenig aufgelegt gewesen wäre wie jetzt, nahmStock und Hut und machte Anstalten sich sogleich zu empfehlen. DieMarquise versicherte, daß sie von diesen Beleidigungen ihren Vaterunterrichten würde. Der Arzt antwortete, daß er seine Aussage vorGericht beschwören könne, öffnete die Thür, verneigte sich und wolltedas Zimmer verlassen. Die Marquise fragte, da er noch einen Hand-schuh, den er hatte fallen lassen, von der Erde aufnahm: und dieMöglichkeit davon, Herr Doctor? Der Doctor erwiedertc, daß erihr die letzten Gründe der Dinge nicht werde zu erklären brauchen;verneigte sich ihr noch einmal und ging.
Die Marquise stand wie vom Donner gerührt. Sie raffte sichauf und wollte zu ihrem Vater eilen; doch der sonderbare Ernst desMannes, von dem sie sich beleidigt sah, lähmte alle ihre Glieder.Sie warf sich in der größten Bewegung auf den Divan nieder. Siedurchlief, gegen sich selbst mißtrauisch, alle Momente des verflossenenJahres, und hielt sich für verrückt, wenn sie an den letzten dachte.Endlich erschien die Mutter, und auf die bestürzte Frage, warum sieso unruhig sei? erzählte ihr die Tochter, was ihr der Arzt so ebeneröffnet hatte. Frau von G... nannte ihn einen Unverschämten undNichtswürdigen, und bestärkte die Tochter in dem Entschluß, dieseBeleidigung dem Vater zu entdecken. Die Marquise versicherte, daß