Die Marquise van O....
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Md legte seine Hand in die ihrige; obschon es mein sehnlichsterWunsch war, mich noch vor meiner Abreise mit Ihnen zu vermäh-len, Vermählen! riefen alle Mitglieder der Familie ans. Vermäh-len, wiederholte der Graf, küßte der Marquise die Hand, und ver-sicherte, da diese fragte, ob er bei Sinnen sei: cs würde ein Tagkommen, wo sie ihn verstehen würde! Die Familie wollte auf ihnböse werden; doch er nahm gleich ans das Wärmste von Allen Ab-schied, Lat sie, über diese Aeußerung nicht weiter nachzudenken, undreiste ab.
Mehrere Wochen, in welchen die Familie mit sehr verschiedenenEmpfindungen ans den Ansgang dieser sonderbaren Sache gespanntwar, verstrichen. Der Commandant empfing vom General K...,dem Onkel des Grafen, eine höfliche Zuschrift; der Graf selbst schriebaus Neapel; die Erkundiguugen, die man über ihn einzog, sprachenziemlich zu seinem Vortheil; kurz man hielt die Verlobung schon fürso gut wie abgemacht, als sich die Kränklichkeiten der Marquise mitgrößerer Lebhaftigkeit als jemals wieder einstellten. Sie bemerkteeine unbegreifliche Veränderung ihrer Gestalt. Sie entdeckte sich mitvölliger Freimüthigkeit ihrer Mutter, und sagte, sie wisse nicht, wassie von ihrem Zustand denken solle. Die Mutter, welche so sonder-bare Zufälle für die Gesundheit ihrer Tochter äußerst besorgt machten,verlangte, daß sie einen Arzt zu Rathe ziehe. Die Marquise, diedurch ihre Natur zu siegen hoffte, sträubte sich dagegen; sie brachtemehrere Tage noch, ohne dem Rath der Mutter zu folgen, unterden empfindlichsten Leiden zu, bis Gefühle, immer wiederkehrend undvon so wunderbarer Art, sie in die lebhafteste Unruhe stürzten. Sieließ einen Arzt rufen, der das Vertrauen ihres Vaters besaß, nö-thigte ihn, da gerade die Mutter abwesend war, auf den Divannieder, und eröffnet? ihm nach einer kurzen Einleitung scherzend,was sie von sich glaube. Der Arzt warf einen forschenden Blick aufsie; schwieg noch, nachdem er eine genaue Untersuchung vollendet