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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Michael Kohlhaas.

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als einen Abgesandten Doctor Luthers, mit einem eigenhändigen,ohne Zweifel sehr merkwürdigen Brief, der aber verloren gegangenist, in sein Gcsängniß treten zn sehen, und von diesem geistlichenHerrn in Gegenwart zweier brandcnbnrgischen Dechanten, die ihman die Hand gingen, die Wohlthat der heiligen Kommunion zu em-pfangen. Hierauf erschien nun unter einer allgemeinen Bewegungder Stadt, die sich immer noch nicht'entwöhnen konnte, ans ein Macht-wort, das ihn rettete, zn hoffen, der verhängnißvolle Montag nachPalmarnm, an welchem er die Welt wegen des allzuraschcn Versuchs,sich selbst in ihr Recht verschaffen zu wollen, versöhnen sollte. Ebentrat er in Begleitung einer starken Wache, seine beiden Knaben aufdem Arm (denn diese Vergünstigung hatte er sich ausdrücklich vorden Schranken des Gerichts ausgcbeten), von dein Theologen JacobFreising geführt, aus dem Thor seines Gefängnisses, als unter einemwehinüthigen Gewimmel von Bekannten, die ihm die Hände drücktenund von ihm Abschied nahmen, der Kastellan des kurfürstlichen Schlos-ses, verstört im Gesicht, zu ihm heran trat, und ihm ein Blatt gab,das ihm, wie er sagte, ein altes Weib für ihn cingehändigt. Kohl-haas, während er den Mann, der ihm nur wenig bekannt war, be-fremdet ansah, eröffnete das Blatt, dessen Siegelring ihn, im Mund-lack ausgedrückt, sogleich an die bekannte Zigeunerin erinnerte. Aberwer beschreibt das Erstaunen das ihn ergriff, als er folgende Nach-richt darin fand:Kohlhaas, der Kurfürst von Sachsen ist in Ber-lin; auf den Richtplatz schon ist er vorangegangen, und wird, wenndir daran liegt, an einem Hut mit blauen und weißen Federbüschenkenntlich sein. Die Absicht in der er kommt brauche ich dir nichtzn sagen; er will die Kapsel, sobald du verscharrt bist, ausgraben,und den Zettel der darin befindlich ist eröffnen lassen. Deine Eli-sabeth." Kohlhaas, indem er sich ans das Aeußerste bestürzt zudem Kastellan umwandte, fragte ihn: ob er das wunderbare Weib,das ihm den Zettel übergeben, kenne? Doch da der Kastellan ant-H. v. Kleist's Werk-. III. B«. 8