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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Michail KohlhaaS.

nach einer umständlichen Prüfung der Akten von dem Kurfürsten vonBrandenburg unterzeichnet, und der Hinrichtungstag bereits auf denMontag nach Palmarum festgesetzt sei; auf welche Nachricht der Kur«fllrst sich, das Herz von Kummer und Reue zerrissen, gleich einemganz Verlorenen, in feinem Zimmer verschloß, während zwei Tage,des Leben« satt, keine Speise zu sich nahm, und am dritten Plötzlich,unter der kurzen Anzeige an das Gnbernium, daß er zn dem Für-sten von Dessau auf die Jagd reise, ans Dresden verschwand. Wo-hin er eigentlich ging, und ob er sich nach Dessau wandte, lassen wirdahin gestellt sein, indem die Chroniken, ans deren Vergleichung wirBericht erstatten, an dieser Stelle auf befremdende Weise einanderwidersprechen und aufheben. Gewiß ist, daß der Fllrst von Dessau,unfähig zu jagen, um diese Zeit krank in Braunschweig bei seinemOheim, dem Herzog Heinrich, lag, und daß die Dame Heloise amAbend des folgenden Tages in Gesellschaft eines Grafen von König-stein, den sie für ihren Vetter ansgab, bei dem Kämmerer HerrnKunz, ihrem Gemahl, in Berlin eintraf. Inzwischen war demKohlhaas auf Befehl des Kurfürsten das Todcsnrtheil vorgelesen,die Ketten abgenommen, und die über sein Vermögen lautenden Pa-piere, die man ihm in Dresden abgesprochen hatte, wieder zugestelltworden; und da die Räthe, die das Gericht an ihn abgcordnet hatte,ihn fragten, wie er es mit dem, was er besitze, nach seinem Todegehalten wissen wolle: so verfertigte er mit Hülfe eines Notars zuseiner Kinder Gunsten ein Testament, und setzte den Amtmann zuKohlhaasenbrllck, seinen wackern Freund, zum Vormund derselbenein. Demnach glich nichts der Ruhe und Zufriedenheit seiner letztenTage; heim ans eine sonderbare Special-Verordnung des Kurfürstenwar bald darauf auch noch der Zwinger, in welchem er sich befand,eröffnet, und allen seinen Freunden, deren er sehr viele in der Stadtbesaß, Lei Tag und Nacht freier Zutritt zu ihm verstattct worden.Ja er hatte noch die Genngthnnng, den Theologen Jacob Freising,