Michael K^hlhaaS.
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und seinem verstorbenen Weibe Lisbeth bemerkte, dergestalt daß ersie hätte fragen können, ob sie ihre Großmutter sei: denn nicht nurdaß die Züge ihres Gesichts, ihre Hände, auch in ihrem knöchernenBau noch schön, und besonders der Gebrauch, den sie davon im Re-den machte, ihn aufs lebhafteste an sie erinnerten: auch ein Mal,womit seiner Frauen Hals bezeichnet war, bemerkte er an dem ih-rigen — der Roßhändlcr nöthigte sie unter Gedanken, die sich selt-sam in ihm kreuzten, ans einen Stuhl nieder und fragte, was siein aller Welt in Geschäften des Kämmerers zu ihm führe? Die Frau,während der alte Hund des KohlhaaS ihre Knice umschnllffelte, undvon ihrer Hand gekraut, mit dein Schwanz wedelte, antwortete: derAnstrag, den ihr der Kämmerer gegeben, wäre, ihm zu eröffnen,auf welche drei dein sächsischen Hofe wichtige Fragen der Zettel ge-heimnißvolle Antwort enthalte; ihn vor einem Abgesandten, der sichin Berlin befinde, um seiner habhaft zu werden, zu warnen: undihm den Zettel, unter dem Vorwände daß er an seiner Brust woer ihn trage nicht mehr sicher sei, abzufordcrn. Die Absicht aber,in der sie komme, sei ihm zu sagen, daß die Drohung, ihn durchArglist oder Gewalttätigkeit um den Zettel zu bringen, abgeschmacktund ein leeres Trugbild sei; daß er unter dem Schutz des Kurfür-sten von Brandenburg, in dessen'Verwahrsam er sich befinde, nichtdas Mindeste für denselben zu befürchten habe; ja daß das BlattLei ihm weit sicherer sei, als bei ihr, und daß er sich wohl hütenmöge, sich durch Ablieferung desselben, an wen und unter welchemVorwand es auch sei, darum bringen zu lassen. — Gleichwohl schloßsie, daß sie es für klug hielte von deni Zettel den Gebrauch zu ma-chen, zu welchem sie ihm denselben ans dein Jahrmarkt zu Jüterbockeingehändigt, dem Antrag, den man ihm auf der Gränze durch denJunker von Stein gemacht, Gehör zu geben, und den Zettel, derihm selbst weiter nichts nutzen könne, für Freiheit und Leben an denKurfürsten von Sachsen auszuliefern. Kohlhaas, der über die Macht