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Michael Kohlhaas.
Haas dm Zettel unter dem Vorwand, daß derselbe Lei ihm nichtmehr sicher sei, zur Aufbewahrung während einiger vcrhängnißvollenTage abzufordcrn. Das Trödelweib übernahm auch sogleich gegendie Verheißung einer beträchtlichen Belohnung, wovon der Kämmererihr ans ihre Forderung einen Theil im Voraus bezahlen mußte, dieAusführung des besagten Geschäfts; und da die Mutter des beiMühlberg gefallenen Knechts Hcrse den KohlhaaS mit Erlanbniß derRegierung zuweilen besuchte, diese Frau ihr aber seit einigen Mon-den her bekannt war, so gelang cs ihr an einem der nächsten Tagevermittelst einer kleinen Gabe an den Kerkermeister sich bei dem Roß-kamm Eingang zu verschaffen. — Kohlhaas aber, als diese Frau znihm eintrat, meinte an einem Siegelring, den sie an der Hand trug,und einer ihr vom Hals herabhangenden Corallenkette die bekannteaste Zigeunerin selbst wieder zn erkennen, die ihm in Jüterbock denZettel überreicht hatte; und wie denn die Wahrscheinlichkeit nicht im-mer ans Seiten der Wahrheit ist, so traf cs sich, daß hier etwasgeschehen war, das wir zwar berichten, die Freiheit aber, daran zuzweifeln, demjenigen, dem es wohlgesällt, zngestehen müssen: derKämmerer hatte den ungeheuersten Mißgriff begangen und in demalten Trödelweib, das er in den Straßen von Berlin anfgriff, umdie Zigeunerin nachzuahmen, die geheimnißreiche Zigeunerin selbstgetroffen, die er nachgeahmt wissen wollte. Wenigstens berichtete dasWeib, indem sie auf ihre Krücken gestützt die Wangen der Kinderstreichelte, die sich, betroffen von ihrem wunderlichen Anblick, an denVater lehnten: daß sie schon seit geraumer Zeit ans dem Sächsischenins Brandcnburgische zurückgekehrt sei, und sich auf eine in den Stra-ßen von Berlin unvorsichtig gewagte Frage des Kämmerers nachder Zigeunerin, die im Frühjahr des verflossenen Jahres in Jüter-bock gewesen, sogleich an ihn gedrängt, und unter einem falschenNamen zu dein Geschäfte, das er besorgt wissen wollte, angetragenhabe. Der Roßhändler, der eine sonderbare Aehnlichkcit zwischen ihr