Michael Kvhlhaaö.
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und Kunz, und wer mich sonst in dieser Sache gekränkt haben mag,vergeben: den Junker aber, wenn es sein kann, nöthigen, daß ermir die Rappen wieder dick füttere. — Bei diesen Worten kehrteihm Luther mit einem mißvergnügten Blick den Rücken zu und zogdie Klingel. Kohlhaas, wahrend dadurch herbeigernfen ein FamnlnSsich mit Licht in dem Vorsaal meldete, stand betreten, indem er sichdie Augen trocknete vom Boden ans; und da der Famulus verge-bens, weil der Riegel vorgeschoben war, an der Thürc wirkte, Lu-ther aber sich wieder zu seinen Papieren niedergesetzt hatte: so machteKohlhaas dem Mann die Thüre auf. Luther, mit einem kurzen, aufden fremden Mann gerichtete!: Seitenblick, sagte dein Famulus:leuchte! worauf dieser, über den Besuch den er erblickte ein wenigbefremdet, den Hausschlüssel von der Wand nahm, und sich, auf dieEntfernung desselben wartend, unter die halb offene Thür des Zim-mers znrttckbegab. — Kohlhaas sprach, indem er seinen Hut bewegtzwischen beide Hände nahm: und so kann ich, hochwürdigster Herr,der Wohlthat, versöhnt zu werden, die ich mir von euch erbat, nichttheilhaftig werden? Luther antwortete kurz: deinem Heiland, nein!dem Landesherrn, — das bleibt einem Versuch, wie ich dir versprach,Vorbehalten! und damit winkte er dem Famulus, das Geschäft, daser ihn: anfgetragen ohne weiteren Aufschub abznmachen. Kohlhaaslegte mit den: Ausdruck schmerzlicher Empfindung seine beiden Händeans die Brust; folgte dem Mann, der ihm die Treppe hinunterleuchtete, und verschwand.
An: andern Morgen erließ Luther ein Sendschreiben an denKurfürsten von Sachsen, worin er nach einen: bitteren Seitenblickauf die seine Person umgebenden Herren Hinz und Kunz, Kämme-rer und Mundschenk von Tronka, welche die Klage, wie allgemeinbekannt war, nntcrgeschlagen hatten, dem Herrn mit der Freimüthig-keit die ihm eigen war, eröfsnete, daß bei so ärgerlichen Umständennichts Anderes zu thnn übrig sei, als den Vorschlag des Roßhänd-