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nichts bedürfe als einer Wohnung bei der Frau desselben, um denLandesherrn im Schlosse selbst anzntrcten, gab ihr die Bittschrift,ließ die Braunen anspannen und schickte sic mit Sternbald, seinemIrenen Knecht, wohl eingepackt ab.
Diese Reise war aber von allen erfolglosen Schritten, die er inseiner Sache gethan hatte, der allernnglücklichste. Denn schon nachwenig Tagen zog Sternbald in den Hof wieder ein, Schritt vorSchritt den Wagen führend, in welchem die Frau mit einer gefähr-lichen Quetschung an der Brust ausgcstrcckt darnieder lag. Kohlhaas,der bleich an das Fuhrwerk trat, konnte nichts Zusammenhängendesüber das, was dieses Unglück verursacht hatte, erfahren. Der Ca-stcllan war, wie der Knecht sagte, nicht zu Hause gewesen; man waralso genöthigt worden, in einem Wirthshause das in der Nähe desSchlosses lag abzustcigen; dies Wirthshans hatte Lisbcth am andernMorgen verlassen und dem Knecht befohlen, bei den Pferden znrück-zublciben; und eher nicht als am Abend sei sie in diesem Zustandzurückgekommen. Es schien, sie hatte sich zu dreist an die Persondes Landesherrn vorgedrängt und ohne Verschulden desselben vondem bloßen rohen Eifer einer Wache, die ihn umringte, einen Stoß "mit dem Schaft einer Lanze vor die Brust erhalten. Wenigstens be-richteten die Leute so, die sie in bewußtlosem Zustand gegen Abendin den Gasthof brachten; denn sie selbst konnte, von ans dem Mundvorquellendcm Blute gehindert, wenig sprechen. Die Bittschrift warihr nachher durch einen Ritter abgenommen worden. Sternbaldsagte, daß es sein Wille gewesen sei sich gleich ans ein Pserd zusetzen und ihm von diesem unglücklichen Vorfall Nachricht zu geben,doch sie habe trotz der Vorstellungen des herbeigsrnfenen Wundarztesdarauf bestanden, ohne alle vorgängigc Benachrichtigungen zu ihremManne nach Kohlhaasenbrück abgeführt zu werden. Kohlhaas brachtesie, die von der Reise völlig zu Grunde gerichtet worden war, inein Bett, wo sie unter schmerzhaften Bemühungen, Athem zu holen,