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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Michael Kohlhaas.

wiedergebe, mich aufschwingen und sie dir herreitcn? Lisbethwagte nicht: ja! ja! ja! zu sagen sie schüttelte weinend mit demKopf, sie drückte ihn heftig an sich und überdeckte mit heißen Küssenseine Brust. Nun also! ries KohlhaaS. Wenn dn fühlst, daß mir,falls ich mein Gewerbe forttreibcn soll, Recht werden muß, so gönnemir auch die Freiheit, die mir nöthig ist es mir zu verschaffen! Unddamit stand er auf und sagte dem Knecht, der ihm meldete, daß derFuchs gesattelt stünde: morgen müßten auch die Braunen cingeschirrtwerden, um seine Frau nach Schwerin zu führen. Lisbeth sagte: siehabe einen Einfall! Sie erhob sich, wischte sich die Thräncn aus denAngen und fragte ihn, der sich an einem Pult niedergesetzt halte:ob er ihr die Bittschrift geben und sie statt seiner nach Berlin gehenlassen wolle, um sie dem Landesherrn zu überreichen. Kohlhaas vondieser Wendung um mehr als einer Ursach willen gerührt, zog sieans seinen Schooß nieder und sprach: liebste Frau das ist nicht wohlmöglich! der Landesherr ist vielfach umringt, mancherlei Verdrießlich-keiten ist der ansgesctzt, der ihm naht. Lisbeth versetzte, daß es irrtausend Fällen einer Frau leichter sei als einem Mann, ihm zu na-hen. Gieb mir die Bittschrift, wiederholte sie; und wenn dn weiternichts willst als sie in seinen Händen wissen, so verbürge ich michdafür: er soll sie bekommen! Kohlhaas, der von ihrem Muth so-wohl als ihrer Klugheit mancherlei Proben hatte, fragte, wie sie esdenn anzustellen gedenke; worauf sie, indem sie verschämt vor sichniedcrsah, erwiedcrte, daß der Castellan des knrsürstlichcn Schlossesin früheren Zeiten, da er zu Schwerin in Diensten gestanden, umsie geworben habe, daß derselbe zwar jetzt verhcirathet sei und mch^rere Kinder habe, daß sie aber immer noch nicht ganz vergessenwäre; und kurz daß er eS ihr nur überlassen mochte, ans die-sem und manchen: andern Umstand, der zu beschreiben zu weitläufigwäre, Vorthcil zu ziehen. Kohlhaas küßte sie mit vieler Freude,sagte daß er ihren Vorschlag annähme, belehrte sie, daß cs weiter