26
Michael KolillmaS.
hob ihr Jüngstes auf, das hinter ihr auf dem Boden spielte, Blicke,in welchen sich der Tod malte, bei den rolhen Wangen des Knabenvorbei, der mit ihren Halsbändern spielte, ans den Roßkamm undein Papier werfend, das er in der Hand hielt. Der Amtmann fragte,indem er ihn befremdet ansah, was ihn plötzlich auf so sonderbareGedanken bringe; worauf jener mit so viel Heiterkeit als er erzwin-gen konnte erwiederte: der Gedanke, seinen Meierhof an den Ufernder Havel zn verkaufen, sei nicht allznncn; sie hätten beide schon oftüber diesen Gegenstand verhandelt; sein Hans in der Vorstadt vonDresden sei im Vergleich damit ein bloßer Anhang, der nicht in Er-wägung komme; und kurz, wenn er ihm seinen Willen thnn und beideGrundstücke übernehmen wolle, so sei er bereit den Contract darübermit ihm abzuschließen. Er setzte mit einem etwas erzwungenen Scherzhinzu, Kohlhaasenbrück sei ja nicht die Welt; cs könne Zwecke ge-ben, in Vergleich mit welchen, seinem Hauswesen als ein ordent-licher Vater vorzustehcn, untergeordnet und nichtswürdig sei: undkurz seine Seele, müsse er ihm sagen, sei auf große Dinge ge-stellt, von welchen er vielleicht bald hören werde. Der Amtmann,durch diese Worte beruhigt, sagte auf eine lustige Art zur Fra», diedas Kind einmal über das andere küßte: er werde doch nicht gleichBezahlung verlangen? legte Hut und Stock, die er zwischen denKnieen gehalten hatte, auf den Tisch, und nahm das Blatt, das derRoßkamm in der Hand hielt, nm es dnrchznlesen. Kohlhaas indemer demselben näher rückte, erklärte ihm, daß es ein von ihm auf-gesetzter eventueller in vier Wochen verfallener Kanfcontract sei;zeigte ihm, daß darin nichts fehle als die Unterschriften und dieEinrückung der Summen, sowohl was den Kaufpreis selbst, als auchden Renkanf, d. h. die Leistung betreffe, zu der er sich, falls er Lin-nen vier Wochen zurückträte, verstehen wolle; und forderte ihn nocheinmal munter auf, ein Gebot zn thnn, indem er ihn versicherte,daß er billig sein und keine großen Umstände machen würde. Die