Print 
3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Place and Date of Creation
Page
25
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

Michael Kohlhaas.

25

ihm eine an ihn ergangene Resolution der Staatskanzlei, und ratheihm, die Pferde, die er in der Tronkenburg znrückgelasscn, wiederabführen und die 'Sache übrigens ruhen zu lassen. Die Resolu-tion lautete: er sei nach dem Bericht des Tribunals in Dresden einunnützer Querulant; der Junker, bei dem er die Pferde zurückgclas-sen, halte ihm dieselben ans keine Weise zurück; er möchte nach derBurg schicken und sie holen, oder dem Junker wenigstens wissen las-sen, wohin er sie ihm senden solle; die Staatskanzlei aber auf jedenFall mit solchen Plackereien und Stänkcreien verschonen. Kohlhaaö,dem es nicht um die Pferde zu thnn war er hätte gleichen Schmer;empfunden, wenn es ein Paar Hunde gegolten hätte Kohlhaasschänntt^ör^Wn'th, als er diesen Brief empfing. Er sah, so oftsich"cin"Geräusch im'Hofe hörcn'kieß", mit der widerwärtigsten Er-wartung, die seine Brust jemals bewegt hatte, nach dem Thorwegc,ob die Leute des Junghcrrcn erscheinen, und ihm vielleicht gar miteiner Entschuldigung die Pferde abgehungert und abgehärmt wiederzustellen würden; der einzige Fall, in welchen: seine von der Weltwohlerzogene Seele ans nichts das ihrem Gefühl völlig entsprach ge-faßt war. Er hörte aber in kurzer Zeit schon durch einen Bekann-ten, der die Straße gcreisct war, daß die Gäule auf der Tronken-burg nach wie vor den übrigen Pferden des Landjunkcrs gleich ansdem Felde gebraucht würden; nmd mitten durch den Schmerz, dieWelt in einer so ungeheueren Unordnung zu erblicken, zuckte die in-nere Zufriedenheit empor, seine eigne Brust nunmehr in Ordnungzu sehen. Er lud einen Amtmann seinen Nachbar zu sich, der längstmit dem Plan umgcgangen war, seine Besitzungen durch den An-kauf der ihre Gränzc berührenden Grundstücke zu vergrößern, undfragte ihn, nachdem sich derselbe bei ihm niedergelassen, was er fürseine Besitzungen im Braudenburgischen und Sächsischen, Haus undHof, in Pansch und Bogen, es sei nagelfest oder nicht, geben wolle?LiSbcth sein Weib erblaßte bei diesen Worten. Sie wandte sich und