erhalten hat, z. B. in Frankreich bis 1789, im österreichischenStaate und in Spanien bis jetzt, da verursacht die ungleichartigeSteuervcrfassung der einzelnen LandeSthcile vielerlei Unbequem-lichkeiten. Sie verhindert, daß die Bewohner verschiedener Be-zirke gleichmäßig belegt werden, sie erschwert die Oberleitungund die Vervollkommnung des ganzen Steuerwesens, verwickeltdas Rechnungswesen und kann selbst den Verkehr im Innerndes Staatsgebietes belästigen (S). Dieser nachtheilige Zustandläßt sich jedoch nicht augenblicklich aufheben, weil genaue stati-stische Vorarbeiten dazu gehören, um ein und dasselbe Steuer-system im ganzen Lande einzuführen, und weil es, wenn keinLheil des Staates schon eine vorzügliche Steuerverfassung hat,rathsam ist, lieber sogleich eine neue, bessere Einrichtung vorzu-bereiten.
(tt) Reichsdeputationsrcceß von 1803, Rheinbundesacte von 180ö,Acte des Wiener Congreffes von 1815.
(d) In Baiern wurden noch 1831 (§. 18 des Finanzgesctzcs) >9 verschie-dene, in einzelnen Landestheilen üblich gewesene Abgaben aufgeho-ben — Hannover hat seit 1817 ein gleichförmiges Steuersystem.Bis dahin war wegen der ungleichen Consumtionssteuern der Ueber- .gang von Waarcn aus einer Provinz in die andere mit Abgabenbelegt, wie in Preuße» bis 1818. Dieser Staat hat noch jetzt vie-lerlei Grundsteucrsysteme. Die bad. B. v. 22. März 1811 sprichtvon 40—SO verschiedenen Steuersystemen, die damals im Lande be-standen.— Die großh. hessische Provinz Starkenburg hatte 24 ver-schiedene Steuerverfassungen, Kröncke, A.llcit. S. 7.
§. 280.
Wenn man noch nicht im Stande ist, die nämlichen Steuernim ganzen Lande einzuführen, aber doch vorläufig die Ungleich-heiten in der Belastung der verschiedenen Gegenden entfernenwill, so muß man suchen, die jetzigen Auflagen durch Zuschlägeoder Verminderungen überall in ein gleiches Verhältnis; zu derSteuerfähigkeit der Einwohner zu setzen. Für diese vorläufige Aus-gleichung hat man vergeblich einen einfachen, leicht anwendbarenund genauen Maaßstab aufzufinden sich bemüht(«).DerFIächen-ra um ist wegen der ungleichen Fruchtbarkeit, Benutzung und Be-völkerung des Landes und der verschiedenen Ausbildung der Ge-werbe und des Handels offenbar ganz unbrauchbar. Eher könnteman sich noch an die B o l ks m e n g e halten, doch wird auch sie sehr