Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
Seite
369
Einzelbild herunterladen
 

369

nach Maaßgabe ihres Einkommens in sehr ungleichem Maaßegetroffen werden, z. W. wenn Jrrthümer zum Vorschein kom-men, oder die besteuerten Objecte sich verändert haben.

(a) Canard (Grunds, d. p. Oek., übers, von Volk, S. 174) behauptet,jede alte Auflage sei gut und jede neue schlecht. Er nimmt an, daßdcr Druckjeder Steuer endlich ganz unfühlbar werde und Niemand wei-ter zur Last falle (ebend. S. )57), gicbt jedoch zu, daß die Reichenzu einer Verminderung ihres Luxus gcnöthigt werden. Auch miß-billigt er nicht die bessere Vertheilung der Steuern auf die Indi-viduen, sondern bezieht jenen Satz nur auf die Besteuerung derverschiedenen Zweige von Einkünften im Ganzen (S. IS4), indemer glaubt, daß, in welchem Verhältniß diese auch belegt sein mögen,mit der Zeit doch die Steuern sich gleichmäßig auf alle Zweige ver-theilcn müssen. Die Schwierigkeiten, welche der Herstellung diesesGleichgewichts entgegcnstehen, die aber nothwendig vorübergehendseien, nennt erReibung (S. l SS). Diese Lehre Canard's hatneuerlich M. v. Prittwitz wieder ausgenommen und weiter ver-folgt, s. deffenKunst reich zu werden, Z. 6.3S6öS und Theorie derSteuern und Zölle, S. IVO ff. Nach der Ansicht dieses Vers, wirkendie Steuern wie eine Vermehrung der Erzcugungskosten oder eineVerthcuerung der Genußmittel, da aber das Einkommen der ver-schiedenen Volksclassen nicht von den genannten 2 Umständen av-hänge, so. könne es auch von den Steuern nicht verringert werden,wenn diese nur Zeit gehabt haben, ihre Wirkung zu äußern; sievermindern also nur das Volkseinkommen im Ganzen. Die Stetig-keit des Steuerwesens müßte demnach auch da vorgezogen werden,wo eine Art von Steuern fehlerhaft angelegt ist, und die gleichmä-ßige Besteuerung würde als ein Phantom erscheinen.

(ü) v'impöt variable e'est pis encore gue I'impüt excessit'. veKaspari» et Ileboul, ve 1'ainortisseineiit, S. 13. Fulda,Ueber die Wirkung rc. S. 17. So lange eine Steuer sich gleich bleibt,können die Bürger sich in ihren wirthschaftlichen Maaßregeln leichternach ihr einrichten.

Z. 275.

In den einzelnen Staaten muß man die Wirkungen derSteuern aus statistischen Thatsachen zu erforschen suchen, indemman die Veränderungen in den Preisen der Maaren und Lei-stungen, sowie in den Quantitäten der erzeugten und verzehrtenGüter beobachtet und den Einfluß der neuen Steuereinrichtun-gen auf diese Erscheinungen ausmittelt. Das Uebermaaß derSteuern in Ganzen giebt sich durch die harten Entbehrungender unbegüterten Elaste von Einwohnern, durch die zunehmendeVerarmung, die Wertheuerung werthvoller Güter, den Verfalleinzelner Gewerbe, das Sinken des Steuerertrages wegenangehäufter Ausstände oder starker Abnahme der besteuertenRau, polit. Oekon. 3te Ausg. III. 24

HM