Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
Seite
14
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Täuschung, weil dabei immer mittelbar auf irgend eine Weisedie in dem Beamtenstande verbreiteten oder auch zum Gemein-gute der Bürger gewordenen wissenschaftlichen Lehrsätze ihrenEinfluß geäußert haben, auch muß diese mühsame Weise dereigenen Ausbildung, wo man die Theorie zerstückelt und auszweiter oder dritter Hand sich aneignet, dem unmittelbaren Er-forschen derselben immer nachgcsetzt werden. Die Erfahrungbeweist, daß die Wissenschaft eine große Macht über die Aus-übung besitzt, daß ihre Aussprüche, selbst die irrigen, auf vieler-lei Wegen, früher oder später, in das Gcschäftslcben gelangenund dort herrschend werden, und daß nur hiedurch große Wer-besserungen zu Stande kommen.

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II. Gleichwohl giebt die Wissenschaft für sich al-lein z u r F ü h r u n g sch w i e r i g c r Staatsg cs chäfte nichtdie hinlängliche Fähigkeit. Weil sie nämlich in ihrerjedesmaligen Gestaltung einem ganzen Zeitalter, nicht einem ein-zelnen Wolke angehört, so muß sie nach Allgemeinheit streben.Sie kann bei der Entwicklung der Stammsätze nicht in alledenkbaren oder thatsächlichcn Verschiedenheiten der äußeren Zu-stände cingehen und muß sich oft begnügen, die in der Mehr-zahl der Fälle zu erwartende gewöhnliche Lage der Dinge vor-auszusetzen. Nur da, wo bloß wenige Fälle möglich sind, ist esthunlich, für jeden derselben besondere Grundsätze aufzustellen.Man muß also immer erst die Umstände, in denen man seineThätigkcit äußern soll, auf das Genaueste erforschen und über-denken, um auS den allgemeinen und unwandelbaren Lehrsätzenrichtige Folgerungen für die gegebene Besonderheit zu ziehen.Was hier als Ausnahme einer theoretischen Regel erscheint, istnur die Folge von der Einwirkung eines anderen Grundsatzes.Zu diesen sorgfältig aufzufassendcn Umständen gehören die recht-lichen Verhältnisse (positives Privat- und Staatsrecht des ein-zelnen Landes), die bisherigen Einrichtungen der Finanzver-waltung, auf die man fortbauen muß oder von denen manwenigstens nicht sogleich abgehen darf, die Nahrungsquellen und