Periode der Originalgenics.
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und wie sie selbst, diese Gabe, schon dem Worte nach angeborene Natnr-art, schaffend und zeugend, ist, so sollte ihr Produkt cigcnthümlich, sichselbst gehörig, original sein, und wie eine freie Schöpfung sich denübrigen Werken der N atur anreihen. Der Schrei der Zeit war Genia-lität und Originalität; und wie in der Ritterzeit die Liebe, im >7.Jahrhundert die Ehre, so ward,jetzt Natur der Losungsruf einer kurzenDurchgangsperiode, während Cultur und Humanität das großeZiel der Bestrebungen des Jahrhunderts und das Stichwort der größtenMänner blieben, die sich nicht von dem ersten Eindrücke ganz hinreißenließen.
Mit Hülfe dieser dämonischen Gabe stürmte man nun siegreich denalten Parnaß! Miömuthig hatte die nordische Sibylle in Königsberg(Hamann), an besseren Mustern einsam geschult, der Abgötterei mit un-fern Dichtern zugesehen; er flößte diesen Mismuth Herder'n ein, unddieser, durch Lessing'S Vorgang muthig gemacht, fing an in seinen Frag-menten aufzuräumen, und er zerstörte schonungslos die falschen Götterseiner Freunde. Aus den verschiedensten Orten, auö Zürich, Frankfurt,dem Harz und Dänemark hörte man die Stimmen der Füßli, Göthe,llnzcr und Gerstenberg, die den wegmüdcn Alten unter unsern'Dichternganz andere Höhen der Kunst weit über ihrem Standorte zeigten undweit über ihren Kräften. Den Geliert, Haller, Rabener und Aehnlichennützte ihr altes Ansehen nicht weiter, und gegen die Art von Kritik, die
Genies, Momentancität, Offenbarung, Erscheinung, Gegebenheit, wenn ich so sa-gen darf, was wohl geahnt, aber nicht gewollt und begehrt werden kann, oder was manim Augenblick des Wvllens und Begehrens hat, ohne z» wissen wie, was gegeben wird,nicht von Menschen, sondern von Gott oder vom Satan. — Alles Genieist Uebernatnr, Ueberkunst, Uebergelehrsamkeit, Uebertulent, Selbst leben. SeinWeg ist immer Weg des Blitzes oder des Sturmwinds oder des Adlers — man stauntseinem wehenden Schweben nach, hört sein Brausen, sieht seine Herrlichkeit— aberwohin und woher, weiß man nicht, und seine Fußtapfen findet man nicht." — Die an-dere Stelle ist folgende: „Genie! tausendmal, und wenn mehr als in unserer After-geniezeit weggeworfeueS Wort — aber der Name bleibt nicht — jeder Hauch des Win-des weht ihn weg — jedes kleine Talentmännchen nennt noch ein Kleineres Genie, damitdasselbe hinwiederum zu Kleineren Herabrufe: seht an die Höhe hinan! Aber, Flieger,Nufer und Stauuer, die sich einander hinauf und herab räucherten und vor — genier-ten, die Sonne geht auf, und wenn sie aufgegangen ist, wer seid ihr? Genien, Lichter derWelt, Salz der Erde, Substantive in der Grammatik der Menschheit, Ebenbilder derGottheit, Menschengötter, Schöpfer, Zerstörer, Offenbarer der Geheimnisse Gottes undder Menschen, Dolmetscher der Natur, Propheten, Priester, Könige der Welt, von euchreden wir, euch fragen wir, wie hat euch die Gottheit bezeichnet?"