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4 (1853)
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341
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Schauspiel. (Lessing.)

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neue geistige Anstrengung, die Erregung lange ungeübter Kräfte, dieneuen Phantastegeuüsse und Schöpfungen in die Nation einen Nervenreizund eine Hypochondrie geworfen, die in epidemischer Verbreitung denganzen Literatenstand ergriff, ein Leiden, das durch Fleiß, Ehrgeiz, be-trogene Erwartung, Selbsttäuschung, Ileberschätznng des eigenen Werthsund Vermögens, nicht selten durch Einstürmen auf die Gesundheit undunmäßig ausschweifende Sinnlichkeit aufs höchste getrieben ward undbei Vielen zum Tode, bei vielen (Lenz, Hölderlin, Uhlich, Kuh, Zim-mermaun, Riedel) zu Wahnsinn oder ähnlicher Geisteszerrüttung führte.Neue Richtungen in der Geschichte einer schon gebildeten Nation, dienicht mehr dem sichern Zuge des Instinkts folgt, deren Glieder ihreWege frei wählen, scheinen nicht ohne diese Schicksale Einzelner durch-gesetzt werden zu können, die dem großen Gange des Ganzen zum Opferfallen, und daher haben sich vielfach die ähnlichen Erscheinungen wieder-holt, seitdem unsere dichterische Literatur in der romantischen Zeit anfingzurückzugeheu und anderen Interessen Platz zu machen.

Viele Mühe hatte sich Lessiug gegeben, in seinem Jugendumgangetwas aus Christian Felir Weiße (aus Annaberg 17261804) zumachen, aber es wollte ihm nicht gelingen. Er starb ihm nicht weg wieMylius, Michaelis und Cronegk, denn er nahm sich die Literatur nichtso innig zu Herzen; er trat vielmehr nach seinem eigenen Geständnißnur in der Tragödie auf, weil Schlegel und seine jungen Freunde Cro-ncgk und Brawe abgetreten waren. Er hatte zwar früher schon mit Les-sing um die Wette Lustspiele gemacht und übersetzt; er hatte eine Ma-trone von EphesuS schon 1751 gedichtet, und Lessing, in seinem Eifer,Beispiel zu geben, hatte auch hier gleich sein Fragment über diesen Ge-genstand hingeworfen, und Weiße'ö Freude an seinem Stücke damit ver-dorben. Koch hielt eine Weile Weiße's Feder fest; er bearbeitete ihmden äovil to pav von Coffey, und die komische Oper machte der Neuheitder Sache wegen zu Gottsched'ö unendlichem Kummer große Wirkung.Seitdem wandten sich die Direktoren überallher an Weiße um Manu-skripte, allein eS mußte ihm behaglicher sein, an der Bibliothek der schö-nen Wissenschaften zu arbeiten; zudem schwand mit der EntfernungKoch's aus Leipzig der dringliche Anlaß. Äls aber 1758 die letzte Hoff-nung der deutschen Tragödie ausstarb, und Lcssing Jahre lang nichtsals den Philotas ausgab, ein kricgathmendeS kleines Stück ohne Lieb-schaft, das für die Deutschen ein todter Buchstabe war, da trat Weißemit seinen Beiträgen zum Theater hervor (175066). Wir wollen seineLustspiele übergehen, unter denen die Haushälterin und Amalie die