und weltl. Moral, und der Kritik. — Preußens Thcilnahnie re. 245
Aufklärung und Duldung anschloß, und noch später mit Nachtigal (derauf Fischer im Rektorat der Domschule folgte) und Hahn, er arbeitete indie Ruhestunden dieser beiden Letzteren (1798—1802), in die becker'schenErholungen u. s. f. prosaische Erzählungen, die dem gemeinen Unter-haltungstriebe stöhnen, und so die Geschichte der Literatur nicht angehen.Auch zu der Romantik neigte er vielfach hin, ohne jedoch in dieser Rich-tung, die in ihm mit Petrarcha abgethan war, etwas hervorzubringen.
In den Halberstädter Verhältnissen wurzelte auch der FreundSchmidt's, Leop. Fr. Günther von Göckingk (aus dem Halberstädti-schen 1748—1828), der auch bis 1789 in den Gegenden des Harzesund in Magdeburg lebte, ehe er nach Berlin berufen ward. Er tratzuerst mit Sinngedichten (1772) auf, die in diesem ganzen Kreise ver-sucht wurden, allein dem friedlichen Charakter der Verfasser gemäß alleinzu zahm und stumpf ausfielen, worüber sich auch Kästner lustig machte.Nicht stets, entgegnete ihm Göckingk, sei er so friedfertig gewesen; auf dieklopstock'schen Nachahmer zu kreuzen halte er für Verdienst, daß aber jetztKeiner mehr wie sonst seine Galle zum Kreuzen anreize, dafür danke erder guten Seele, die nun am Steuerruder wache. Er meint seine Frau.Das häusliche Leben machte ihn gemächlich; aus Gemächlichkeit, nichtaus Gefallsucht nach beiden Seiten zog er die Segel ein, um sich Sorgenund Unruhe zu sparen und das Leben friedlich zu genießen. Die Satireund die Liebe waren einmal seine Steckenpferde, und Beide verteten seineSinngedichte und seine Lieder zweier Liebenden (1772), die mehr zu derManier seines Freundes Bürger neigen, aber ohne alles Geschick. DieSteckenpferde, die er zuletzt von Dauer gefunden, waren weise Fröhlich-keit, Freundschaft, häusliches Glück. Eben dies stellt ihn in die Reiheder Halberstädter, obgleich seine Verbindung mit Bürger, Bote und Voßuns schon vielfach nach Göttingen, andere in den Kreis von Tiedge,Matthisson und der Frau von der Recke weisen. Er ist aber wenig vonder Eleganz der Einen, und wenig von den Freiheiten der Andern auge-steckt, wiewohl hie und da einiger Haß gegen Hof und Konveuienz undselbst republikanische Neigungen durchblicken^). J,i px,, Gedichten(1780) nehmen den breitesten Platz die Episteln ein, die Halberstädterkanonische Gattung, und in ihr die Halberstädter Grundsätze. Ueberall
135) Gedichte. 1780. II. >>. 35.
Noch schallt der Spruch i» meine Ohren, den über mich dein Mund einst that:
in keiner Republik geboren, wärst du in jedem andern Staat,
als diesem, den dein Fuß betrat, nicht glücklich, wo nicht gar verloren.