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4 (1853)
Entstehung
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243
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Preußens Theilnahme ic. 243

stischer nach Bürger geneigt, wie Göckingk, der auch viel Einfluß aufseine Dichterei hatte. Dann aber wandelte ihn wie Wielanden eineschwärmerische Periode an, die mit Gleim's Halladat ungefähr zusam-menfällt. Ein Fuß breit Schwärmerei, sagt er später, grenzte an seinHerz, aber keine Bosheit. In dieser Periode waren ihm die Bibel undder Messias Hauptguellen alles Großen und Schönen: in ihr schrieb erGesänge für Christen (1775) voll Ziererei; ferner Elegien und Phan-tasien in Petrarcha's Manier (1772), die er später ebenso belächelte,wie Wieland seine platonische Periode. Diese Dinge verhalten sich zuPetrarcha höchstens wie Gleim's Anakreon zu seinem Urbild; eS sindhier die ersten Sonette, die hernach die ganze Fluth nach Deutschlandhereinleiten, die aber noch kaum den Namen verdienen. Was unter die-sen Phantasien Liederform trägt, sind eben schmidt'sche Lieder; er willPetrarcha in seinen eignen Halberstädter Formen nachahmen, und ver-gißt, daß bei einem Dichter wie Petrarcha die Form Alles ist, weil sieeinzig zu dem Wesen und dem Inhalte paßt, der aber freilich Schmidtebenso fremd war; wie er denn später selbst sagt, daß es ihm lächerlichvorkäme, Petrarcha's Wege gehen zu wollenohne Geliebte und ohneStudium des Plato." Er war übrigens weder lauge, noch auch je ganzin diesen petrarchischen Sphären. Schon 177374 erschienen seineHendekasyllaben und Katullischen Gedichte, auf die selbst Herder etwashielt, obwohl er bedauerte, daß Schmidt nichts Bleibenderes und Tiefe-res singen wollte als dergleichen. Man steht übrigens wohl, wie diesAlles mit Gleim's Minneliedern und dem Aehnlichen bei Jaeobi aufEiner Linie liegt, und ihn gleichmäßig Wielanden nähert. Mit den poe-tischen Briefen (1782) ist er ganz wieder aus dem eigentlichen Halber-städter Boden '^), bei Jaeobi und Göckingk; und in seinem Klamers-ruh so ganz Er selbst, wie Gleim im Hüttchen. Das Überschlägen in den

134) Werke hrSg. v. Schmidt und Lautsch II, >> .78. erzählt er diese Metamorphose:Auch ich bin einst ein Freund der Schwärmerei gewesen,

Bescheid wußt' ich von allen fremden Wesen

und desto weniger von mir. Die hohe Schönheit galt

in meinen Augen nur, wenn unbekanntes Land

ihr Schauplatz war, die Engel ihre Rollen

darauf mir spielten und erhabne Lieder schollen,

wovon ich nicht den zehnten Theil verstand.

Dank der Vernunft und Dank der Zeit! gebrochenhat sich des Taumels hehre Fluth.

Mein Herz, das sonst mit Geistern nur gesprochen,spricht jehtmit Menschen auch, und thut. u. s. w.

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