und weltlichen Moral, u, d. Kritik. — Preußens Theilnahme re. 211
milder französischen Kürze noch aufnehmen wollte? So ging er auchan MoseS schweigend vorbei, der ihn gewiß als jüdischer Schriftstellerinteressirt hätte; er strich seinen Namen unter den Lorgeschlagenen zurAufnahme in die Akademie, aber wie sollte er es denn auch ihm und Les-sing vergessen, daß sie in ihrem Pope eine Preisfrage seiner Akademieund dazu eine recht acht französische durchgehcchelt hatten? Als übrigensjene Schrift des Königs erschien, bedurfte es kaum mehr der Widerle-gung, die von guten und schlechten Schreibern, sogar von Franzosen aus-ging; cS that auch gar nichts, daß unter diesen Gegnern Jerusalem diedeutsche Literatur so schlecht vertheidigte wie die Religion gegen Vol-taire, und sich Tralleö mit ihm das Wort gegeben zu haben schien, etwaszum Beweis zu liefern, daß die Deutschen dumme Teufel seien, wie derKönig wolle""). Die deutsche Literatur hatte sich längst ihren eigenenWerth und ihre Freiheit erobert. Daß ihr ein Mann wie Friedrich diesenRuhm nicht gönnen wollte, so wenig als er der deutschen Freidenkereigestatten mochte, was ihm an der französischen gefiel, dies wird immer,man mag auch zu seiner Entschuldigung sagen was man will, in derGeschichte als autokratische Laune stehen"'), und mau wird seine Schriftnie ohne Unwillen, und dagegen Klopstock's Oden wider Friedrich, dieweit die schärfste Widerlegung dagegen sind, mit vaterländischem Selbst-gefühl und vielleicht sogar mit Schadenfreude lesen. Wo war, fragt erihn, dein Adlerblick, als sich der Geist regte unter uns, daß du nichtsahst, daß sich Deutschlands Dichtung schnell aus fester Wurzel zu dauern-dem Stamm erhob? Lange warteten wir, du würdest Deutschlands Museschützen, die dir Gleim und Ramler schickten, um anzufragen. Du ant-wortetest, daß sie schamroth das Auge senkte. Der Deutsche war schonendgenug, sich nicht zu rächen, hier auch deiner werther als du ihn kennst,Fremdling im Heimischen! Doch du selbst hast dich an dir gerächt! duerniedertest dich, Ausländertöne zu stammeln, und dafür den Hohn zuhören, selbst nach Arouet's Säuberung bleibe dein Lied noch tüdesk.Und dann — dein Blatt über deutsche Sprache! Die Rache ist selbstdurch Widerruf nicht tilgbar, du könntest es nur dadurch verschleiern. —Wie richtig empfunden dies Alles ist, so muß man übrigens doch be-
ll 0) Worte von Gleim.
l l l) Klohstock: Sagts der Nachwelt nicht an, daß er nicht achtete,was er Werth war, zu sein. Aber sie hört es doch!Sagts ihr traurig, und fordertihr Söhne zu Richtern auf.
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