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4 (1853)
Entstehung
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182
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182 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen der religiösen

studirte um 173040 in Halle unter Baumgarten, mit Uz, Götz undRuduik aus Danzig befreundet. Sie lasen den Anakreon zusammen; derStreit über die reimlose Poesie, durch Bodmer belebt, war im Gange;Pyra, den wir oben schon mit Lange genannt haben, hatte dürftige Ver-suche gemacht (im Tempel der Dichtkunst 1732 u. s.), den Reim zu ent-behren. Die Frucht der gemeinsamen Beschäftigungen mit Anakreon kam1746 (Oden Anakreon'ö in reimlosen Versen) heraus, schon vorher aber(1744) erschienen Gleim'S scherzhafte Lieder, die gleichfalls anakreontischsein sollten. Verwandt mit dieser Liebe zum Anakreon war, wie wirschon bei Hagedorn sahen, die zum Horaz, mit dem sich Uz und Pyra'SFreund Lange beschäftigten; und diese ganze hallische Schule verhält sichauch zur schweizerischen, wie Hagedorn zu Haller, und sie standen mitjener auch anfangs in so freundlichem Vernehmen, wie diese beidenMänner untereinander. Gleim hielt sich mit Gottsched öffentlich, standaber heimlich mit den Schweizern^); Hirzel trat aus der Ferne in denhöllischen Bund zu, Sulzern verschaffte Gleim 1747 eine Professur inBerlin, und als der Messias Bodmern noch nicht bethört hatte, sagtedieser in seinen kritischen Lobgedichtcn noch ohne alles Arg von Gleim,er solle die ganze Welt für nichts als einen Raum voll schöner Mädchenhalten; auch in Briefen an Lange sprach er sich noch 1747 billigend überGleim'S und Hagedorn'S anakreontische Lieder aus. Die leichte erotischeLyrik hatte sich in diesem Kreise schon einen Boden gewonnen, ehe Klop-stock die Stimmung in Deutschland veränderte. Es war eine starke Massegebildet, die dem neuen andächtigen Ernste eine ungestörte Heiterkeit ent-gegensetzte- An die beiden obigen Werke schlossen sich in Einer Reihe,wenn nicht immer dem Tone, so doch der persönlichen Anregung nach,die freundschaftlichen Lieder von Lange und Pyra, Gleim'S Lieder (174k),die horazischen Oden von Lange (1747), Uz' lyrische Gedichte (1740),Gleim'S liebliche Lieder (1740), Löwen's zärtliche Lieder (1751), Götz'sGedichte (1752), Lessing's Kleinigkeiten, Weiße's scherzhafte Lieder u. A.an; es zog sich dieser Geist nach Leipzig und Berlin, und nistete inMännern, die Festigkeit und Stetigkeit genug hatten, diese Gattunggegen die Klopstockianer zu verfechten. Dies war nicht das Einzige, wasihm die Kraft gab, deren er auf alle Weise, um gegen die Macht der

88) Sulzer schrieb c», Bodmer, Gleim sei heftig gegen Gottsched, doch wollte erverborgen bleiben, er habe das Herz nicht sich gegen ihn zu erklären, das Lob einesGottschedianers sei ihm doch immer angenehm. Man muß übrigens beachten, daß diesin einer Zeit geschrieben ist, wo die Spannung zwischen Gleim und den Schweizernschon angefangen hatte.