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4 (1853)
Entstehung
Seite
146
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146 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen der religiösen

rächen, denn vieles Treffende ließ sich an diesen Patriarchaden aussetzenund geißeln. Auch haben sie manches Gute dagegen bemerkt, nur ver-unzierten sie es mit so vielem Lächerlichen und Verkehrten, was Leiden-schaft und Nngeschmack eingab, daß sie sich nur noch mehr blosstellten,als sie bisher gethan hatten, und so ihr letztes Ansehen selbst bei ihrenbesten Freunden verloren. So erklärte sich Triller in der Vorrede zueinem Bande seiner Gedichte gegen diese neuen Heldengedichte, und injedem Satze liegt etwas Wahres und etwas Lächerliches und etwas Pro-saisches in komischer Mischung beisammen. Es herrsche darin, sagt er,ein ungestümes Lärmen zum Trotze aller gesunden Vernunft, eine Belei-digung des Wohlklangs. Schöpferisch dichten sei ein strafbarer unchrist-licher Ausdruck. Diese Gedichte würden verschwinden, so bald das jetztallgemeine Sinnenfieber nachgelassen habe. Er würde dies Urtheil nichtgesagt haben, hätten es ihm nicht vornehme Standespersonen anbefoh-len! er danke Gott, daß er nicht von der Dichtkunst leben müsse, sondernweit rühmlicher etwas Anderes und Nützlicheres gelernt habe. Wieüberwiegt hier die kleinliche und gemeine Gesinnung das Wahre in denAusstellungen! und wie durfte der dieknarrenden und knasterndenVerse schwülstiger Poetaster und ihr gemaltes Feuer" tadeln, der ganzgutmüthigeine gereimte Prosa besser und angenehmer findet, als eineim doppelten Verstände ungereimte, dunkle Ligata, oder Contorta undCoaeta"? Wie mochte Gottsched Jemanden gegen Klopstock stellender das belagerte Wittenberg, und den Prinzenraub und den Wurm-samen schrieb! Das letzte (1751) ist ein satirisches Heldengedicht gegenden Messias, worin besungen wird, wie ein Seraph aus den Wüstender Scythen, bei den Sihim und Orim geboren, wo Kobolde und Rohr-dommeln sich von Wind und Nebel nähren, den Wurmsamen ausstreut,aus dem die neuen epischen Gedichte aufwuchsen. Aber was sollte dieser

Kd) Daher hatten denn die Schweizer auch hier gewonnene Sache und reichesFeld zum Witz. Bekannt ist Bodmer's Epigramm auf diese elenden Machwerke:

Triller: Was sagen Sie, mein Gönner, zu Messt«?

Gottsched. Jesu Maria!

Tr. Und großer Mann, was sagen Sie zum Noah?

G. Oha!

Tr. So dachst ich auch, Gott thu mir dies und das !

Behüte Gott uns die HermanniaS,die SchwarziaS und die Theresias !

G. Den Prinzenraub und den Wurmsamen!

Tr. Ja, Amen!