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4 (1853)
Entstehung
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144
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144 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen dcr religiösen

wollte, seine poetischen Empfindungen wirklich zu empfinden, verlangtegegen daS Ende seines Lebens, daß die Gesinnungen der großen Per-sonen seiner politischen Dramen den Lebenden eigen sein sollten, undbehauptete, der müsse schlecht sein, dem sie nichts als Poesie wären. Er,der so viel Ehrfurcht für Klopstock's Poesien gehabt, war bald kühn ge-nug, ihn über seine Charaktere ans dem alten Testamente mit entgegen-gesetzten Stücken zu tadeln, er setzte sich gegen Lessing's Fabeln, maßtesich an, dessen PhilotaS, und Gerstenberg's Ugolino, und Weiße's Ro-meo und Julie und Gellert's Uariko zu meistern, und kämpfte mit seinemSchüler Wieland gegen die leichtsinnige Poesie der Grazien. Unglück-licherweise gab Klopstock selbst einigen Anlaß, namentlich zu dem pa-triarchalichen Eifer seiner Freunde. Er zögerte mit seinem Messias solange, daß die frommen Schwärmer die langen Lücken ausznfüllen streb-ten ; er gab mit seinen Dramen und seinen geistlichen Liedern inzwischenzwei neue Gattungen an, zu denen sich wieder Andere hinzudrängten,und seine geistlichen Dramen waren leider so schwach, daß auch ein dürf-tiger Geist daneben zu bestehen hoffen durfte. Von seinem Tod Adam's(1757) hat man mit allem Recht gesagt, daß deö Dichters Name dasWerk, nicht das Werk den Dichter ziere; es ist so dünn an Gehalt, daßes selbst dem misfallen müßte, der am Weinerlichen und Rührenden sichsehr erfreute, und hat übrigens dadurch Bedeutung, daß eS als ein tra-gisches Idyll Geßncrn ganz unmittelbar angeregt hat. Klopstock's Sa-lomo (1764) und David (1772) ferner haben verdientem Spotte nichtentgehen können, obgleich er selbst sich nicht wenig darauf cinbildete undvielleicht einen Wettstreit mit Sophokles in Absicht hatte. Von demelfteren sagt Abbt, es ginge in diesem Stücke Alles darauf hinaus, obder reformirte Hofprediger oder der katholische Kaplan Sonntags beiHofe speisen sollte; darüber sei dcr alte Nathan in seinem Hanse eineZeitlang eingesperrt, darüber murre der Nachmittagsprediger Chaleol,und dies sei der Knoten, der sich zum Vortheil Nathans entwickelt. Ererwartete ans dieses Werk ein Mandel Trauerspiele über alle Könige inInda und Israel, und er hatte ganz Recht; wie bei dem Messias mitEpen geschah, so folgten auf diese Dramen noch in den 70er und 80erJahren eine Unzahl von geistlichen Stücken und Opern von C. v. Stol-berg, Conz, Niemeycr u. A., von denen vielleicht der einzige Josephund seine Brüder als ein Zengniß ans unsere Tage gekommen ist. Wirerwähnen vorausgreifcnd diese späteren Erscheinungen, die ohnehin nichtBedeutung für die Geschichte haben, um zu zeigen, wie natürlich es war,daß, wenn noch in jenen späteren Zeiten, von weit anderen Interessen