Druckschrift 
4 (1853)
Entstehung
Seite
104
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104 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen der religiösen

Rabelais von Sander, diesem Hauptwerke auf der Seite komischer Er-zählung die Göttersprache der Klopstockianer vortrefflich verspottet wird.Ganze komische Epopöen wieder Wurmfarnen, die Trüffeln u. A. setzensich gleich nach Erscheinung des Messias Klopstock entgegen, und gebenjede andere Absicht auf, als die Parodie der seraphischen Dichtung. BeiZachariä findet höchstens ein Spott auf Naumann's Nimrod Eingang.Denn er selbst ging zu entschieden zu Klopstock über, und ahmte ihn miteben so wenig Glück nach, als Pope. Er lehnte sich wie Er gegen denReim auf und gegen die Anakreontiker^-, er gefiel sich in gesuchten Bil-dern und Ausdrücken, er versuchte Oden, und hob seine Seelemit sera-phischem Schwung in höhere Sphären", wo er nicht heimisch war. Er-griff weltliche und geistliche Epen (den Cortes, und die Schöpfung derHölle) an, ohne damit fertig zu werden. Wem: diese Wendung auf-fallen sollte, so muß mau bedenken, daß Zachariä nur Nachahmer, nieDichter war, und daß er sich als solcher gleichgültig verwandelte. Wieer auf Klopstock, wie ec auf Waldiö fiel, so auch gelegentlich auf Hage-dorn, dem er gleich allen seinen Freunden gewisse humoristische Lieder-sormen absieht, so auch auf Milton, den er in Herametern übersetzte, soendlich auch aus Thomson, dem er in seinen Tageszeiten gerade so skla-visch folgt, als Pope in seinen Erzählungen. Dies wäre etwa derMittelpunkt seines ganzen Dichtens, daß er überall an die Engländerangelehnt erscheint. Sein Umgang mit Ebert erklärt dies, sein Auf-enthalt in Göttingen, wo damals mehr britische Sympathien waren alsspäter, wie man auch aus Dusch sicht. Seine Tageszeiten in der frühemBearbeitung, die sehr verschieden von der späteren ist, sprechen seineAnglomanie nicht allein in Beziehung auf die Dichter, sondern auf dasganze Volk nur zu oft aus. Dies ist überhaupt der große und allge-meine Charakter der ganzen niedersächsischen Literatur, daß in und überihr die verwandtere englische Natur und Literatur völlig herrscht undwaltet. Als den Gipfel dieser niedersächsischcn Literatur aber haben wirKlopstock zu betrachten.

52) In den Stufen des weiblichen Alters, einem Gedichte, dessen Vorbild voneinem Züricher, Wartmüller, herrührte, (5r Th. der Werke I7S7) sagt er von seiner-idealen Jungfrau, sie höre Lieder:

nicht lesbische Leiern,oder das tejische Lied. Der sionitischen Musengöttlichen Harfenklang hört sie entzückt, und liebt die Gesänge,dir ehrwürdige Tugend zum Ruhm, nicht jene voll Wollust u. s. f.