Druckschrift 
4 (1853)
Entstehung
Seite
71
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Die Vers. d. Brcm. Beitr. 71

Andere waren diesem Kreise zugesellt, die weniger oder gar nicht durchSchriften bekannt wurden: Olde, Rothe, Straube aus Breslau. AuchHagedorn wurde eiugeladeu, und wenn auch nicht als Mitarbeiter, sowar er doch als Freund mit den meisten verbunden; Ebert nnd Giseke,die ihm sehr nahe standen, vermittelten das Band, so wie auch Fuchsdurch Hagedorn unterstützt und dieser Gesellschaft empfohlen war. DieAugen Aller waren auf diesen Mann als auf ein Vorbild gerichtet, seineSelbstkritik, sein Geschmack, seine Friedlichkeit und Abneigung vor denliterarischen Streitigkeiten wurden ihnen gleichmäßig Muster, und auchder gesellige Kreis seiner Umgebung schien hier nachgeahmt werden zusollen. Die Richtung unserer neuen Verbündeten ging nämlich zuerstans strenge Kritik aus. Die ganze Gesellschaft sollte als Censnrgerichtüber Aufnahme und Verwerfung der Artikel entscheiden, nnd Gärtnerwar in dieser Hinsicht der Vorsteher, der wählig und unnachsichtig war,und um so strenger sein konnte, als er selbst sehr Weniges, einige Ge-dichte, ein und das andere Schäfccspiel u. dergl. hervorbrachte. Sodannaber war die Hauptabsicht, sich außer dem Streite zu stellen, die Namendeshalb verborgen zu halten nnd keine Kritiken und Streitschriften auf-zunehmen. Um auch nicht einmal als blinde Leipziger zu gelten, setztensie auf den Titel den doppelten Druckort Bremen und Leipzig, wo-her ihre Schriften die Bremer Beiträge hießen, und sie suchten die Ver-bindung mit Hagedorn und den Niedersachsen. Sonderbarerweise hattedies solche Erfolge, daß später die ganze Gesellschaft, unter der mehrereNiederdeutsche waren, außer Geliert und Rabener nach Nieder- undNorddeutschland überwandcrteu, was sehr schön die Verödung der säch-sischen Literatur ausdrückt, die mit der politischen Katastrophe 1750ungefähr zusammenfällt. El. Schlegel war schon seit l743 in Kopen-hagen ; Cramer und Klopstock zogen sich dorthin und der erstere hatteAbsichten auch aus Geliert; Ebert aus Hamburg war mit Zachariä,Schund und Gärtner später in Braunschwcig zusammen, Giseke, A.Schund, A. Schlegel im Haunvverscheu. Die friedfertige Stimmungspricht sich in der Einleitung der Beiträge aus. Sie sagt, die Verfasserwollten die Liebe zur Dichtung und Beredsamkeit ausbreitcu, sich überdas Mittelmäßige heben, besonders den Frauenzimmern nützlich sein!Sie wollen vergnügen, erheitern, nnd lassen denen ihre Freiheit, dienicht scherzen können und deshalb Scherze anfcchten. Sie erwarten Kri-tiken, um sie sich zu Nutze zu machen, wehren würden sie sich nicht da-gegen. Der kriegerischen Gegenden gäbe es schon genug, man werde