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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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Jemand diese Welt auch nur mit geringen Sündenverlassen, oder die Buße für seine größeren Sündendurch gehörige Genugthuung nicht vollendet: so ister für den Himmel in diesem Erziehungshause nochnicht reif geworden. Der unendlichen Heiligkeit stehtaber in Gott eine unendliche Güte und Barmherzig-keit gegenüber, zufolge welcher Er die in geringenSünden hinübergcschicdcnen Seelen, und diejenigen,welche ihre größeren Sünden durch wahre Buße zuvertilgen zwar bemüht waren, die vollkommene Ge-nugthuung aber noch nicht geleistet hatten, auf ewigaus Seinem Reiche und von Seinem Vaterherzcnnicht verstoßen kann.

So ungefähr argumentirt hier unsere Vernunft,und es kann ein solches Argument nicht anders alswohlthuend sein für das Herz eines Jeden, worinnoch nicht alles Gefühl erstorben ist.

Es ist daher dem Christen ein überaus theurerGlaube, woran er mit ganzer Seele hängt, daß erdurch Entbehrungen, durch Werke der Liebe, durchFürbitte und durch das große Versöhnungsopfer desneuen Bundes den Hingeschiedenen Seelen im Pur-gatorium zu Hülfe kommen kann, wenn er anderssolches Gott im Namen seiner verstorbenen Brüderaufopfert, um das hicnieden von ihnen Versäumtenachzutragen, das ihnen Mangelnde zu ergänzen,dem göttlichen Gesetze für sie die gehörige Genug-thuung zu leisten. Freilich haben wir und die See-len im Fegfeuer an Jesus Christus unfern Mittler,

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