tz. 1.
Begriff und Form des Gebetes.
Meten bedeutet im Munde der Christen, in wahr-haft gläubiger Voraussetzung der Allgegenwart undAllwissenheit Gottes und in Erhebung des Gemü-thes zu Ihm mit Gott reden.
Das jedem Gebete wesentliche Reden mit Gottgeschieht entweder bloß innerlich, oder zugleich auchäußerlich — nie aber blos äußerlich. In der Haupt-sache ist es gleichgültig, ob das Gebet ein bloß in-neres, oder zugleich auch ein äußeres ist: denn Gottder Urgeist vernimmt die Sprache der erschaffenenGeister, wenn auch der äußerliche Ausdruck durchHaltung des Körpers, als Knien, Händefaltcn u.s.w.,und durch Gebrauch der Sprachwerkzeuge nicht hin-zukommt. Wenn indeß das aus dem Gcmüthe desBetenden entspringende Gebet auch nicht nothwendigvermittelst seines Körpers in der Außenwelt sich ver-sichtbart: so ist doch der äußerliche Ausdruck fürWesen unserer Art ein natürliches, die Lebhaftigkeitder Gefühle verstärkendes und fremde Erbauung er-
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