Stellvertreter, innerlich kund thun wird, wenn wiranders unsere natürliche Kraft mit der übernatürli-chen Gnadenkraft redlich zu vereinigen, oder, um inerläuternder Figur zu reden, an die uns retten wol-lende Gotteshand zuversichtlich uns anzuklammern,nicht vernachlässigen.
A n m erku n g.
Weil außer der kindlichen Liebe und Zutraulich-keit die Demuth zum Wesen des christlichen Gebetesgehört: so folgt, daß all unser Beten zu Gott —wir mögen nun lobend, dankend oder bittend beten— zugleich Anbeten sein, oder in dem Gefühle, alsGeschöpf mit dem Schöpfer und Herrn zu reden,geschehen müsse. Darum nennt denn auch die deut-sche Sprache unser Reden mit Gott — beten;ein Name für die Sache, der bezeichnender ist, alsselbst unsere Kirchensprache einen dafür aufzuweisenhat. 0i'3U6, pi'66sri heißen nicht ausschlie-ßungsweise beten; sondern auch reden, bitten.Selbst selouars drückt so wenig das Anbeten inunserm Sinne aus, daß es vielmehr, wie das grie-chische dem es entspricht, jede Art Ehr-
furchtsbezeigung andeutet, als: sich vor Jemandenniederwerfen, Gen. 18, 2 und 19, 1, sich vernei-gen, Gen. 33, 7. Da bedeutet aber dasunserer Kirchen - Version bloß die Bezeigung einertiefen Ehrfurcht, und nicht das Anbeten nach demchristlichen Begriffe, im Geiste und in der Wahrheit.