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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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die wildesten Leidenschaften unsere Herren, die unswie wehrlose Schlachtopfer zu Verbrechen und Aus-schweifungen treiben; so bekommen wir nur Herrenund keine Diener; nur Lehrer und keine Schüler;Jeder will da befehlen, Keiner gehorchen; die Söhnesind da erfahrner als ihre Vater; die Töchter klügerals ihre Mütter; da meistert der Neuling den Ve-teran, der Unterthan seine Obrigkeit, und der amStaube klebende Wurm den Schöpfer und Regen-ten der Welt.

§- 5.

Was ist denn nun erforderlich, damit wir imStande seien, im Geiste und nach der AnleitungJesu zu beten? Das christliche Gebet setzt den festenGlauben an den allgegenwärtigen und allwissendenGott den Vater, allmächtigen Schöpfer und ErhalterHimmels und der Erde, alles Sichtbaren und Un-sichtbaren, und zugleich an Gott als den unendlichGuten und Heiligen voraus, der uns in dem Mitt-ler Jesus Christus Seinem Sohne, wahrem Gottevon Ewigkeit mit Ihm und dem heil. Geiste, dieFähigkeit zu beten, die im Paradiese durch unsereStammcltern verloren war, wieder erworben hat, undwird in diesem Glauben verrichtet. Wer sich imGeiste zur Unterhaltung und Gemeinschaft mit Gottemporschwingen will, in dem kann kein anderes alsdas gemischte Gefühl vorwalten, welches einerseitsaus seinem Glauben, daß Gott ihm Vater sei, und