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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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Mit der jetzt vorgelcgten Schriftlehre stimmt auchdie Erblchre überein. Schon in den ersten Jahrhun-derten der Kirche erinnerte man sich beim h. Meß-opfer der verstorbenen Christen, betete und opfertefür sie, wie die Vater Tcrtullian, Cpprian, Chrpso-stomus, Ambrosius, Augustinus und andere bezeugen.Auch verordnen alle Litürgicen des Jacobus, Basi-lius, Chrysostomus, Ambrosius wegen der zu über-stehenden Reinigungszeit in jener Welt Gebete fürdie Verstorbenen.

Die Lehre von der Existenz des Fegfeuers ge-hört also unstreitig zu der unmittelbar vom Him-mel stammenden, durch den Mund des Gottmenschcnverkündeten heiligen Weisheit, und so zu dem De-positum, was die vom heil. Geiste erleuchtete undregierte Kirche bis an's Ende der Welt in Verwahrhat, und jedem Lusthabenden sehr gern und mitLiebe vorweist.

Selbst der durch das Christenthum erleuchtetenMenschenvernunft ist die Lehre von einem Mittelzu-stande zwischen Himmel und Hölle sehr annehmlich.Denn unter der Regierung eines unendlich-heiligenGottes kann nichts Unreines in den Himmel An-gehen, weil neben der absoluten Heiligkeit auch diekleinste Sünde nicht bestehen kann, sondern die voll-kommenste Harmonie mit dem heiligen Gesetze her-gestellt sein muß, ehe das Geschöpf mit seinemSchöpfer, Dem die Engel das Dreimalheilig singen,ewig Eins sein kann in heiliger Liebe. Hat also