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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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Ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe,mit der Ich getauft werde?" Nach damaligerSitte war das Taufen ein Eintauchen in's Wasserbis über den Kopf, und so wollte Jesus mit denbildlichen Ausdrücken:den Kelch trinken",sichtaufen lassen" nichts anders als das Vorgenannteausdrücken. Dasselbe gilt von Luc. 12, 50:Essteht Mir eine Taufe bevor; und wie drangt'sMich, bis sie vollbracht wird!" Jesus spricht hierwieder von den Ihm bevorstehenden Leiden, wonachEr Sich sehnt aus Gehorsam gegen Seinen Vaterund aus Liebe gegen Seine Brüder, die zu erlösen-den Menschen. Diese abgeleitete Bedeutung des Wor-tes Taufen laßt sich auf die ursprüngliche auchrecht schon zurückführen: da die Wassertaufe zumchristlichen Berufe d. i. zur Ucbernahme von Auf-opferungen und Leiden einweihet. Und nun hievondie Anwendung auf unfern Text 1 Cor. 15, 29.Der Apostel will sagen: Was thatcn die, welchedurch Beten, Fasten, Almosengebcn re. für die Tob-ten sich Aufopferungen gefallen lassen, wenn dieTodten gar nicht auferstehcn? Er laßt mithin dieNützlichkeit des Sichtaufenlassens, der willigen Ucbcr-nahme der Taufe der Entbehrungen und mit Auf-opferung verbundenen Liebeswerke für die Todten,abhangcn von der Auferstehung der Todten; nunlehrt er aber in demselben Capitel die Auferstehungder Todten, also auch, wenn gleich einschließlich, dasDasein des Purgatoriums.