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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
Entstehung
Seite
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nicht gleichgültig sein, welchen Heiligen man sich zumBorbilde wähle. Wir haben zur Ehre der Mensch-heit, die unser Hohepriester, der Mensch Jesus Chri-stus Gott hochgelobt in Ewigkeit, bei Seiner Him-melfahrt zur Rechten des Vaters erhoben hat, vonheiligen Menschcnseelen jedes Standes, jedes AltersKunde: Der König wie der Bettler, der Ehemannwie die Ehefrau, der Jüngling wie die Jungfrau,der Knabe wie der Greis, der Soldat wie der Kauf-mann, der Herr wie der Knecht findet an GottesThron seine Vorgänger, seine Vorbilder, worunterfreilich der Erstgeborne Christus ist: weil Er derErste war, Der durch Sich Selbst die Menschheitzur beseligenden Anschauung Gottes brachte. Nunkann es doch nicht mißfallen, wenn der Christ imGeiste seiner Kirche die Tugenden eines Heiligen,der ihm in seinem Stande, in seinem Alter voran-gegangcn ist, betrachtet und nachzuahmen sucht.

Besonders anstößig vor der Vernunft soll endlichdie Verehrung der Heiligen durch Anrufung dersel-ben um ihre Fürbitte sein.

Daß die Heiligen uns lieben und aus Liebewünschen, daß wir, die wir sind was sie einst waren,werden mögen was sie jetzt sind, haben wir bereitsgesehen, und daß ihre Fürbitte bei Gott wirksam sei,wird die Beantwortung der letzten Frage lehren.Was demnach, um allen Anstoß wegzuräumcn, hiernoch gezeigt werden müßte, ist, ob die Heiligen von un-serer Anrufung auch Kunde haben. Soviel ist zunächst