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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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Gottes absolute Oberherrlichkeit sich Unterwerfendenund christlich Bittenden ein ganz anderer, als dereines in seinem Herzen von Gott Entfernten oder-gar Trotzenden, und insofern kann allerdings dasHandeln Gottes mit unserm Bitten im Zusammen-hänge stehen. Es ist 2) von unverkennbarem Segen,sich mit seinen Wünschen an Gott zu wenden. UnserGemüth ist dann gleichsam Gott naher, weil der Ge-danke an Gott dabei lebendiger in uns ist. Zu wel-chen guten Entschlüssen in Beziehung auf unsereWünsche können wir da angeregt werden, und inwelchem ganz andern Lichte erscheint uns oft unserWunsch in dieser Nahe Gottes, so daß uns oft alsthöricht oder doch als unwichtig in die Augen fallt,worauf wir vorher einen so hohen Werth setzten, daßwir es kaum entbehren zu können wähnten!

3) Für den wahren Christen ist Bitte zu GottUebergang aus dem Gedränge eines oft stürmischenund verworrenen Begehrens zu pflichtmäßiger Kraft-anstrcngung und ruhiger Ergebung.

4) Die Nothwendigkeit, Gott um die von Je-sus Christus verdienten Gnadcngabcn zu bitten, lehrtuns diese Gaben höher achten und besser gebrauchen,als wenn wir nicht verpflichtet wären, darum zubitten, und sie doch mit Zuversicht erwarten dürften.Und was endlich

5) hier vorzüglich in Betracht kommt, so ist daschristliche Bittgebet Heilshandlung: denn es ist nachder von uns.gegebenen Erklärung desselben ein Act