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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
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Kraft mit der vom Erlöser verdienten übernatürlichenGnadenkraft vereinigen können, zum Wirken unsersHeiles ausgerüstet da, ohne noch um die uns dazubefähigenden Güter bitten zu müssen, wenn andersChristi Lehre nicht ein Bitten darum ausdrücklich zurPflicht machen sollte. Letzteres ist indcß der Fall.Denn der Heiland schickt dem Mustergebete dieWorte voraus:Ihr sollt denn also beten" unddas, worum wir beten sollen, bezieht sich gerade ausdas zu unserer Hcilswirkung Nothwendigc, wie wirbereits gesehen haben. Und nach Luc. 11, 13 sprichtder Heiland:Wenn ihr, die ihr arg seid, wisset,eueren Kindern gute Gaben zu geben; wie vielmehr wird euer Vater im Himmel einen gutenGeist geben denen, die Ihn bitten!" Dem zufolgesollen also die Bittenden einen guten Geist (nachdem Griechischen den heiligen Geist) oder, wasdasselbe ist, eine übernatürliche Stärkung im Heils-geschäfte von Gott empfangen, und da Christus einesolche Stärkung oder die göttliche Gnade uns bereitsverdient hat: so soll und kann das Bittgebet nichtanders, als uns des guten Geistes oder der göttli-chen Gnade empfänglich machen.

Aber ist denn das christliche Bittgebet dazu ge-eignet, uns für den Empfang der göttlichen Gnadezu stimmen? Die Natur desselben lässt die bejahendeAntwort hierauf durchaus nicht zweifelhaft. Denn1) richtet sich ja Gott in Seinem Verfahren nachunserm Zustande: nun ist der Zustand eines unter