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lichen Sinne des Wortes, waren auch alle heiligeMenschen, die wir aus allen Jahrhunderten alsFreunde Gottes und Eiferer für Dessen heiliges Ge-setz verehren, wie dies ihre Biographien beweisen.Dagegen wird man zu keiner Zeit einen wahrhafttugendhaften Menschen antreffen, der nicht zugleichdas Gebet geliebt hätte, so daß sich kühn behauptenläßt: Lugend und Gebet erzeugen und unterstützensich wechselseitig.
Eine nachdrückliche Bestätigung der Gebetspflichtliefern dem ruhigen Beobachter auch noch die Erschei-nungen unserer Zeit. Der Geist des Gebetes hat inunseren Tagen sehr ab-, der irdische Sinn dagegenzugenommen. Wir sehen den Tag des Herrn, derAndacht und dem Gebete bestimmt, in einen Tagirdischen Erwerbes oder sinnlicher Vergnügen ver-wandelt. Wenn Morgens, Mittags und Abends derfeierliche Glockenton zum Andenken an Gott einla-det: so ist dieses vielen unserer Zeitgenossen nur eineprofane Zeitbestimmung. Und das Tischgebet, wasJesus Selbst geheiligt hat, wie sehr hat dieses anAllgemeinheit verloren! Finden sich nicht leider glan-zende und kostbare Tafeln, wo auch nur das geringsteZeichen von Andenken an Gott einen abgeschmacktenSonderling, oder einen in der Aufklärung zurückge-bliebenen Finsterling verrathen würde? Der Fürstdieser Welt freuet sich, wenn Jemand das Kreuzverleugnet: denn er weiß, daß das Bckenntniß desKreuzes sein Untergang ist. Aber so werden auch