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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
Entstehung
Seite
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andrerseits aus der christlichen Ueberzeugung, daßGott sein Schöpfer und der Beste und Heiligste sei,entspringt. Mag nun immerhin der Gedanke:Gottist mein Vater", ganz geeignet sein, des MenschenGemüth zu Gott zu erheben und ihm das Betenleicht zu machen: so kann er doch bei dem andernGedanken:Gott ist mein Schöpfer und Erhalter,und zugleich das vollkommen gute und heilige We-sen", Gott nie anders nahen, als in dem Gefühleseines unendlichen Abstandes von Ihm, und diesesGefühl, entsprungen aus der Vergleichung der unbe-schrankten Größe Gottes und der unendlichen Unter-werfung des Menschen unter Gott, in physischer undmoralischer Hinsicht, zeigt dem Menschen, der sichmit Gott in Verkehr setzen möchte, sich selbst in sol-cher totaler Bedingtheit und Abhängigkeit, daß da-durch nicht bloß das Gefühl gesteigerter Demuth,sondern seiner gänzlichen Nichtigkeit in ihm rege wird.Ich will es auf seinem Werthe oder Unwcrthe be-ruhen lassen, ob wir schon durch menschliche Philo-sophie, vor Anerkennung positiver Offenbarung, zurUeberzeugung, daß Gott uns Vater sei, gelangenkönnen genug des Heilandes, des GesalbtenPhilosophie, die reiner und ächtcr Abkunst aus demBorn des Lichtes und des Lebens ist, führt uns zudieser Ueberzeugung hin, und dann ist unser Ver-hältnis! zu Gott das des Kindes zum Vater, undLiebe und Vertrauen machen die Gcmüthsver-fafsung aus, worin wir beten, d. h. mit Gott