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Betrachtet man den Faden als eine Linie ganz ahneSchwere, und nimmt man an die ganze Schwere desdaran hängenden Körpers sey in dem Punkte Vl vereinigt;so heißt 0^ ein einsacheö Pendel, Knauls simple,(penäulum limplex). Ist dies nicht der Fall, sind anmehreren Stellen des Fadens schwere Körper vereinigt,besteht er z. B. aus einer Stange, die an allen Steilenschwer ist; so ist die Stange unter obiger Voraussetzungein zusammengesetztes Pendel, pmnkule oo.ioo.jcs, (scmäulum compoiiwm). Nun giebt es in einemjeden solchen Pendel einen Punkt, worinn, die ganze schwe-re Maße des Pendels vereinigt, das Pendel nach ebenden Gesetzen schwingen würde, nach welchen es in demzusammengesetzten Pendel schwingt; diesen Punkt nenntman den Mittelpunkt des Schwunges (s. diesenArtikel).
Die Theorie zusammengesetzter Pendel leitet manvon den einfachen Pendeln her, und man betrachtet sieselbst als solche, deren Länge vom Aufhangungspunkte an,bis zum Mittelpunkte des Schwunges reicht; daher wares nöthig, sich erst von beyden einen richtigen Begrif zumachen.
Dem großen Mathematiker Galiläus GaliläiZu Florenz haben wir die ersten Versuche über die Be-wegung des Pendels zu verdanken. Er fand, daß es zueinem Zeitmaaße geschickt sey, weswegen er es zu seinenastronomischen Beobachtungen gebrauchte. Allein er fandauch, daß der Widerstand der Luft die Schwingungenimmer mehr schwächte, und er mußte dem Pendel zu ofteine neue Bewegung geben, um die Vibrationen nur ei-nigermaßen gleich zu erhalten. Hierzu kam nun nochdas mühsame Zahlen derselben, worin natürlicherweiseZar leicht geirrt werden konnte. Die Mathematiker R i c-cioliis, Grimaldus, MersennuS, Kircher undnoch andere versuchten es gleichfalls das Pendel zur Mes-sung der Zeit zu gebrauchen. Vincentius Galiläi,der Sohn des Galiläus Galiläi machte zuerst den Versuch
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