Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

, Fri 2zr

das Schneckenrad einer Taschenuhr am stärksten machen, weiles der bewegenden Kraft am nächsten ist, das große Bo-denrad oder Minucenrad wird schon schwächer, das kleineBodenrad oder Mittelrad wieder schwächer, und endlichdas Steigrad am schwächsten. Dies gilt auch von denZäbnen und Zapfen der Wellen dieser Räder. Man seheauch hierüber die Artikel Verhältniß und D u r ch b r e-chen die Räder. «

Es wird also, um noch einmal im Zusammenhangedie vorgeschriebenen Gesetze zu wiederholen, bey einer Uhrdie Friction vermindert, i) wenn die Zapfen so dünne ge-macht sind, als ohne Nachtheil ihrer Festigkeit geschehenkann, und 2 > wenn man die Schwere der Räder so ge-ringe als möglich macht. Es wird ferner auch z) dieFriction noch verringert, wenn die Zapfen so hart undglatt, und 4) auch die Theile in oder über welchen dieZapfen sich bewegen, als Zapfenlöcher u. s. w. so hartund glatt als möglich gemacht werden; deswegen füttertman z.B. die Zapfenlöcher mit hart geschlagenemMefsinge aus, (s Futter). Wenn 5) die auf einanderreibenden Theile nicht von einerley Materie sind und dieRauheiten nicht zusammenpassen, so wird, wie aus Obi-gem erhellet, auch dadurch die Reibung geringer, z. B.wenn stählerne Zapfen in messingenen Zapfenlöchern, odernoch besser stählerne Zapfen in Diamant laufen; und end-lich 6) noch durch Qel, welches die Vertiefungen aus-füllt, und die aufeinander bewegenden Theile glatt macht.

So wie man nach den gegebenen Vorschriften dieFriction zu verringern sucht, so muß man auch dahin sehen,daß sie gleichförmig, oder bey allen Theilen nach gleichenVerhältnissen vermindert werde. Man macht z. B. dieReibung wohl geringer, wenn man die Zapfen schwachmacht; allein bleibt der Körper, mit dem der Zapfen ver-bunden ist, z. B. das Rad, zu schwer nach Verhältnißdes Zapfens, so bleibt die Friction doch stark, und ist denZapfen weit gefährlicher als vorher. Es muß daher dielänge und Stärke der Zapfen nach der Schwere der Räder