Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
116
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Bohrer sthr fein, so braucht man ihn blos an der Luft zuhärten, in der man ihn nach dem Glühen hin und her be-wegt. Der Hals, der etwa auch mit hart geworden ist,kann hernach wieder angelassen werden. Doch kann diesvermieden werden, wenn man ihn nicht so glühend als denKopf macht, oder ihn nicht mir in die Feuchtigkeit taucht.Ganz besondere Methoden den Bohrer zu härten findet maunoch im Art. Härten.

Bohren, ?6le er. Dies verrichtet man aus-folgende Art: entweder spannt man das zu bohrende Stückin den Schraub stock, und setzt die Schärfe des Bohrersauf den Punkt, welcher durchbohrt werden soll, das andereEnde des Bohrers vor die Brust; oder, welches das häu-figste Verfahren ist, man bohrt von der Seite. Mannagelt nämlich an das am Tische befindliche Feilholz zurrechten Seite ein Stück dicken Messings, in welches mitDörnern Löcher geschlagen find, die jedoch nicht ganz durchdas Blech hindurch gehen dürfen. In eins von diesenLöchern steckt man das mit Oel bestrichene Hintere Endedes Bohrers, nachdem man vorher von oben herunter dieSaite des Drillbogens um die Rolle geschlagen. DieSchärfe des Bohrers hält man nun an die angemerkteStelle, welche durchbohrt werden soll, und nun fangtman an zu bohren. Folgendes ist Hiebey jedoch noch zubeobachten.

Da man das Bohren sitzend verrichtet, so muß man,um ja recht gerade zu bohren und den Bohrer horizontal undauf das zu bohrende Stück senkrecht halten zu können, denlinken Arm, womit man den Feilkloben, worin das Stückgespannt ist, hält, recht fest halten, damit der Bohrernicht hin und her schwanken könne. Zu dem Ende setzt manden linken Ellenbogen fest auf das Knie um der Hand eineFestigkeit zu verschaffen. Mit der Rechten wird der Drill-bogen in Bewegung gesetzt; doch darf man nicht zu ge-schwind drehen, zuweilen muß der Bohrer herausgezogenund gereinigt werden. Vorzüglich ist beym Bohren zuletztBehutsamkeit nöthig, weil, wenn das Loch bald durch ist,der Bohrer leicht abzubrechen pflegt.