stöckste Schlag nach der einen Seite zeigt die gerade Se.kundenzahl an, der schwächere nach der andern Seite dieungerade. Dies gab dem Herrn Koch ein Hülfsmittelan die Hand, daß er nicht so leicht beym Zählen der Se-kunden irren konnte, und welches die Stelle eines Schlag-werks vertrat. Er schlagt diese Methode, der Uhr einenungleichen Pendelschlag zu geben zum allgemeinen astrono-mischen Gebrauch vor, und versichert, daß er seinen Uhrendiesen ungleichen Schlag würde geben lassen, wenn sie ihnnicht schon hatten. Es mag dies Mittel auf eine kurzeZeit wohl ganz gut seyn, aber man muß auch bedenken,daß eine Uhr mit einem ungleichen Schlage, welcher theilsdurch eine Unrichtigkeit des Hakens, indem ein Lappe bestselben zu kurz ist, oder nicht die zum andern Lappen pastsende Gestalt hat, theils durch die schiefe Aufhängung desPendels oder der ganzen Uhr hervorgebracht wird, unmöglichaccurat gehen kann. Durch die ungleiche Vertheilung derKraft des Hakens auf das Steigrad erfolgen auch Abnuz-zungen u> d. gl. — Ein eignes Sekunden-Schlagwerkbehalt immer den Vorzug, und erseht dem Bescher durchseinen Nutzen vielfältig die etwas Hähern Kosten.
Magellan gebrauchte zu seinen Observationen sol-che Pendeluhren, die er nach Belieben ganze und halbeSekunden konnte zeigen lasten; je nachdem er ein längeresoder kürzeres Pendel von einerley Aufhangungsart mit derUhr verband, (s. Berliner Ephemeriden 1731), nachseinem Briefe an Herrn Bern 0 ulli.
Auf der Sternwarte hier zu Göttingen befindetsich eine astronomische Uhr von Vulliamy, einem engli-schen Künstler, verfertigt, welche die Königinn von Eng-land zum Geschenk überschickte, (s. Götting. AnzeigenLc>. S. 417). Sie kann durch eine simple Vorrich-tung plötzlich zum Stillstehen gebracht werden, und überihrem Zieferblatte bewegen sich 4 Paar Weiser, jedes Paarfür zusammengehörige Minuten und Sekunden, und nochein Zeiger giebt mich die Antheile der Sekunde an. DurchNiederdrückung gewisser Stifte kann man ein Paar Weisernach dem andern stehend machen, die übrigen gehen fort.