scrn ist indessen so verdünnt, dafs diese Heizung nie eine Entzündung öder böse Ein-wirkung (wenn nicht durch zu langen oder unzeitigen Gebrauch) herbeiführt. DieReizung der Mittelsalze ist im Gegentheil der Art und Beschaffenheit, dafs sie Sccre-tionen befördert, also Differenzen im Gefäfs- und Nervcn-Systeme ausgleicht. Aufdiese Weise wirken die Mittelsalze antiphlogistisch. Die Auflösungen jener Salze inden Mineralwassern sind nicht allein verdünnter, als sie manche Arznei enthält, son-dern auch, durch Beimischu ng anderer, ausgleichender oder flüchtig reizender, Stoffein ihrer Wirkung modificirt; sie enthalten, z. B., salzsaurc oder kohlensaure Salze desNatrums, Kalks oder Talks, Eisen, Kohlensäure, Schwefelwasserstoffgas und andereGas-Arten.
Indem also die Glauber- und Bittersalzwasser mit der Schleimhaut des Manensund Darmcanals in Berührung kommen, reizen sie dieselbe, befördern den Zudrangdes Blutes zu den Capillar-Gefäfsen und Drüsen derselben, bewirken Absonderungund durch vermehrten Motus peristalticus auch Aussonderung organischer Masse. Sieentlasten die zunächst gelegenen Gefäfse von ihrem Inhalt an Blut und Saft, und be-wirken eine Ableitung von diesen auf die Darmfläche.
Diese erste Wirkung der Salzwasser auf die Schleimhäute des Darmcanals wieder-holt sich in den Gefäfsen der nächsten Gebilde und Drüsen, wohin sie durch Resor b-tion aufgenommen werden, so dafs sie in den Absonderungs-Apparaten des Bauchesden Gallen-, Speichel- und Urin-Organen Ausscheidungen veranlassen. Bei längerfortgesetztem Gebrauch bringen auch diese Salzlösungen im Organismus jene Erschei-nungen zuwege, welche der Classe reizender Arzneimittel eigen sind, nämlich: Aufre-
£11111", Fieber und Abzehrun".n o 7 o
Die Hauptwirkung jener Salzwasser praktisch genommen ist abführend, die Lö-sung des Schleimes, der Galle, der Infarkten, Säure, Würmer, des Blutes, des Harn-stoffes, und die Aufnahme ergossener Lymphe, ergossenen Blutes und pseudo-organi-scher Bildungsstoffe befördernd.
Der verschiedene Salzgehalt aufser dem Glauber- und Bittersalz dieser Quellenfügt jener Hauptwirkung eine Nebenwirkung hinzu, die man nach dem chemischenGehalt der Quelle und den darüber bestehenden Erfahrungen studiren mufs; die na-trumhaltigen Glaubersalzthermen wirken ganz vorzüglich auflösend und zersetzendauf die organische Masse.
Von den Indicationen der Glauber- und Bittersalzwasser.
Nach der oben angeführten Wirkung sind diese Mineralwasser angezeigt, woEntleerungen aus dem Darmcanal beabsichtigt werden, also in Fällen von StockungenimUnterleibe, Hämorrhoidal-Beschwerden, Stockungen des Blutes im Pfortader-System,in der Leber, Milz, im Uterus, im Kopfe, in der Brust, bei chronischen Congestionenund daraus entstehenden Afterbildungen, Geschwülsten, Verhärtungen, Hautausscldä-gen, und allen daraus entstehenden krankhaften Erscheinungen im Gefäfs-, Nervcn-und Reproductions-System, Hypochondrie, Melancholie, Hysterie, Amenorrhoe, Impo-tenz, Sterilität, Abnahme des Gesichts, Amblyopie, Harthörigkeit, Taubheit, übclmGeruch und Geschmack, bei Respirations- und Circulations-Beschwerden, Beklem-mung, Asthma, Anlage zu Tuberkeln und Hydrothorax, zu Gelbsucht, Stein, Gries,zu Säure und Verschleimung, besonders aber bei Trägheit des Darmcanals, Ver-schleimungen, Vollblütigkeit des Unterleibes, bei Anlagen zu Schwindel und Schlag-flufs, zu chronischen Entzündungen der Milz, der Leber, bei rheumatischen und gich-tischen Beschwerden entzündlicher Art, bei einem Zustande von Torpidität, Phlegmaund Plethora.
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