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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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4.5

Von den Wirkungen der verschiedenen Mineral-wasser bei ihrem innern und äufsern Gebrauch

auf den Organismus.

p r on den TVirkungen der Schwefelquellen.

Welche Form nun auch der Schwefel in den Schwefelquellen haben mag, dieAnsicht, dafs er seine Hauptwirkung alsSchwefelwasserstoffgas ausübe, müssen wir fahrenlassen, da die wenigsten Quellen merkliche Quantitäten dieser Gas-Art exhaliren.

Es bleibt hier dem Brunnenarzte an Schwefelquellen Manches zu untersuchenübrig. Um uns indessen die Wirkungen der Schwefelwasser zu entziffern, müssen wirauf die des Schwefels selbst zurückgehen. Der Schwefel wirkt, als dem Organismusfremdartiger, einfacher Bestandtheil, reizend, specifisch reizend. Aufgenommen in dieSäftemasse, erleidet er auf dem ganzen Wege, den er mit dieser durch flüssige undfeste Theile zu machen hat, eine beständige Veränderung, und befördert einen Aus-tausch von Grundstoffen, der auf die lebendigen Theile sehr reizend zurückwirkt.Daher ist der Schwefel nicht sowohl ein Reizmittel für die Theile, die er unmittelbarberührt, wie den Magen und die Haut, sondern vielmehr für die Theile, wo er inlebhafte Gegenwirkung kommt, also für die Organe der Circulation, Respiration undSecretion. Er wirkt besonders auf Leber und Milz, auf die Absonderungen des Colonsund Rectums, des Uterus und der Genitalien.

Die näheren Wirkungen einer Schwefelquelle werden durch ihre eigenthiimlicheMischung, durch ihren Gehalt an Salzen und durch ihre Wärme bedingt. Die mannig-faltigen Mischungsverhältnisse der Schwefelwasser, ob sie nämlich Eisen-, oder Natrum-,oder Kalk-, oder Talk-Salze, ob sie vorwaltend schwefelsaure, salzsaure oder kohlen-saure Salze enthalten, erlauben ihre Anwendung in den verschiedensten Krankheitsfäl-len; je nachdem nämlich der Schwefel durch Eisen- oder durch Kalksalze mehr ge-bunden, oder durch Gas, Wärme und kohlensaures Natrum gleichsam mehr aufgelöstund verflüchtigt wird, wirkt er auch mehr auf die näheren oder entfernteren Or-gane, entweder auf Haut- und Darmcanal, oder auf Drüsen und Capillargefäfs-System.Ein bedeutender Gehalt an Kochsalz fixirt die Wirkung der Quelle auf den Darm-canal und auf die nächsten Drüsengebilde desselben, so wie bei äufserer Anwendungauf die Haut, während schwefelsaures Natrum und Talk mehr die Aussonderungenbefördern.

Ein hervorstechender Gehalt an kohlensauiem Natrum in den Schwefelquellenmacht die Wirkung derselben eindringlicher auf entferntere Drüsengebilde, auf Nie-ren, Leber und Milz. Aeufserlich angewendet sind sie besonders fähig, Stockungenund Entartungen des Hautgebildes zu beseitigen. *

Ein, wenn auch quantitativ unbedeutender, Eisengehalt gibt der Wirkung einerSchwefelquelle eine andere Richtung, und es sind solche Quellen vorzugsweise in denFällen anzuwenden, wo man auf das Mafs der Kräfte Rücksicht nehmen mufs.

J^on den Indicationen der Schwefelwasser.

Schwefelwasser sind überall heilsam, wo es darauf ankommt, Produkte und Ur-sachen krankhafter Reizung, Stimmung und Ernährung aus dem Körper zu entfernen.Der Schwefel hilft Stoffe verflüchtigen, die im Körper haften ; erwirkt auf stockende wäs-serige, seröse, lymphatische, venöse Säfte und Massen zerstreuend, losend, verflüchtigendein; daher die ausgezeichneten Wirkungen der Schwefelquellenbei Gicht, Rheumatismus,

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